schon wieder ein Kurzroman
Also, schwierig wegen Antiamerikanismus oder so. Also wenn Schnepfe mit Serviette und fünf Striche und Balken obendrüber. Also so: Speak english? Where monument? Hä? Nix Reiseführer? Japaner immer mit Reiseführer und sogar Stadtplan, Ami nicht. Blöde Schnepfe. Ach! Brandenburger Tor? Dann: Bahn soundso, Bus und dann monument. Aber eigentlich: Winter, Spree kalt, Schnepfe reinwerfen. Brrr. Mit Klamotten: sofort erfrieren, Untergang, weiße Flotte drüber, gutes Drama, Einheimische glücklich. Zack! Also wo Problem? Na: andere Touristen sehen, schreien, Menschenauflauf, Kripo, Botschafter, Regiermeister, Abendschau. Au Weia! Zehn Jahre, dann Resozialisierung, aber alter Mann, keine Weiber, kein Alkohol und Schnepfe längst aus Krankenhaus, verheiratet, sexuell aktiv oder Praktikantin oder so. Schlecht. Geht nicht. Schlechter Plan, Zack!
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- Bevor mich die Kontinentaldrift erwischt, lasse ich mich lieber vom Auto überfahren.
- Unter Auslegware muss man nicht nur den Müll verstehen, den es im Baumarkt gibt. Auslegware wird auch von Sozialwissenschaftlern (inkl. Geisteswissenschaftlern) hergestellt.
- BKM. Braucht Kein Mensch. BID. Brauch Ich Doch. WJEJ. Wie Jetzt? Echt Jetzt? NNN. Ne Ne Ne.
- Das Buch ist arm an Personal und nicht zu lang,
- Das Buch ist gebunden und die Schrift sehr gut lesbar.
- Der Held des Romans ist den Weibchen nicht gewachsen.
- Woher kommt eigentlich das rasante Bedürfnis Erfahrungen stante pede zurichten zu wollen und wenn das nicht geht, unvermittelt abzuwehren? Ich habe beispielsweise einmal versucht, jemand zu erzählen, dass ich einen Offizier in besonderem Einsatz sympathisch fand. Natürlich war der OibE ein Spitzel und Denunziant und hatte den Auftrag zu zersetzen. Ich wollte mich ja auch nur wundern und dahinter kommen, was ihn sympathisch machte, zumal ich einen anderen OibE nur wenige Tage zuvor kennen gelernt hatte, der Beklemmungen bei mir verursachte.
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Das ging so zwei oder drei Stationen, dann fällt mir auf, dass sich ganz leise, undeutlich, im Hintergrund ein weiteres Geräusch dazu gesellt hatte. Neugierig hörte ich genauer hin: ein gleichmäßiges Atmen hatte sich unter die scheppernde Rede gelegt. Der Mann war eingeschlafen.
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Ich will mich heute nur den Widrigkeiten, Gefahren und Ungezogenheiten, denen man beim Pinkeln ausgesetzt ist, widmen.
Zunächst jedoch müssen wir den Gegenstand noch etwas eingrenzen.
Unberücksichtigt bleiben soll beispielsweise das wilde Pinkeln in der Natur. Wir werden uns also nicht ins Freie begeben und es werden auch keine Reflexionen über die natürliche Überlegenheit des Mannes über die Frau in diesem Zusammenhang erörtert. Ferner soll es nicht über das Sitzpinkeln bei Freunden oder im häuslichen Bereich gehen. Auch hier ließen sich Erfahrungen und Widersprüche bezüglich Männer und Frauen einflechten. Dies wird nicht geschehen. Auch werden keine Betrachtungen über denkbare oder tatsächliche physiologische Probleme und deren Behandlung, wie man vielleicht denken mag, die zudem keineswegs in Zusammenhang mit den verschiedenen Geschlechtern gebracht werden, geschildert. Über all dies wird hier nichts zu lesen sein.
Gegenstand des nachfolgenden Versuchs ist ausschließlich das halböffentliche Pinkeln am Urinal, wobei Bauweise, Funktion und Geschichte des Urinals als bekannt vorausgesetzt werden.
Der Versuch gliedert sich in drei Teile und betrifft ausschließlich den männlichen Teil der Bevölkerung.
1. Das Krawattenproblem
Wie der Eine oder Andere weiß oder vermutet liebe ich Krawatten. Ich habe eine ganze Reihe davon, die Manche schön und Einige auch krass finden. Leider sind die Gelegenheiten eine Krawatte zu tragen in unserer, der Etikette eher fernen Zeit, selten geworden. Auf Beerdigungen gehe ich nur bei begründeten Anlässen und im Theater oder in der Oper tragen nur Theater- und Opernhasser einen Binder. So bleiben eigentlich nur Hochzeiten, Konfirmationen, Taufen, die ja nun auch eher selten sind, sowie einige wenige berufliche Anlässe, um sich mal mit einer Krawatte zu schmücken. Schade eigentlich.
Nun trinkt man zu solchen Anlässen, vor allem wenn man nicht selbst vortragen muss und es nach kurzer Zeit rechtschaffen langweilig wird, viel – keinen Alkohol, Gott bewahre bzw. bedauerlicherweise – sondern Wasser, Kräutertee oder Saft, keinesfalls aber Kaffee, denn, jeder erfahrene Herumsitzer weiß das, Kaffee macht einen nach der vierten oder fünften Tasse völlig kirre und verhindert jenes interesselose Wegdämmern, das, jeder erfahrene Weghörer weiß das, so notwendig ist, das man jedem Studenten und jeder Studentin ein Praktikum in dieser Disziplin vor Aufnahme einer Berufstätigkeit verpflichtend vorschreiben sollte. Aber die Jugend hört ja nicht zu und schlägt wohlmeinende oder mahnende Worte in den Wind.
Wiewohl Klagen über die ignorante Jugend zweifellos berechtigt sind und zu allen Zeiten berechtigt waren, müssen wir uns nun der Pause widmen, die auch nach den längsten Meetings, Sitzungen, Beratungen, Tagungen, Schulungen oder Seminaren zwangsläufig eingelegt werden müssen. Irgendwann fordert der Körper sein Recht und die Unruhe im Raum ist nur noch zu dämpfen, wenn man die Teilnehmerinnen und Teilnehmer endlich in die hart erduldete Pinkelpause entlässt. Lassen wir mal das Sonderproblem beiseite, dass die Toilettenausstattung in manchen Betrieben, Einrichtungen oder Bildungsstätten (der Alternativsektor ist in diesem Zusammenhang besonders kritisch hervorzuheben) ungenügend und lange Schlangen unvermeidlich sind und wenden uns sofort dem Kern unsrer Betrachtungen zu: Wir müssen dringend, wir stehen vor dem Becken, wir blicken nach unten und sehen: eine Krawattenspitze, die in einem Winkel von ca. 30º die Sicht auf den Reißverschluss (englisch zipper; auch Zippverschluss oder kurz Zipp genannt) beziehungsweise die Knopfleiste versperrt. Was tun ohne genervt tastend suchend herum zu nesteln? Ganz klar! Mit geübtem Schwung wird die Krawatte über die Schulter geworfen und alles Weitere geht dann wie von selbst. Soweit stellt sich die Angelegenheit noch als weitgehend unproblematisch dar.
Das Problem und nun befinden wir uns im weiten Feld der Ästhetik, wird erst offensichtlich, wenn man sich anschließend zum Waschbecken begibt, um seine Hände zu waschen. Denn nun steht man vor dem Spiegel und erblickt eine reichlich lächerliche Gestalt über die man nur zu gerne Hohn und Spott ausschütten möchte, wenn man es den nicht selbst wäre. Die Spottlust wird bei solchen Gelegenheiten noch weiterhin angeheizt, wenn einer oder zwei Leidensgenossen zugleich ihre Geschäfte getätigt haben und in gleicher Weise mit Krawatte über der Schulter hinter einem stehen und ebenfalls ihre Hände waschen wollen. Drei Herren in sanft entblößter Situation, die sich im gleichen Augenblick im Spiegel sehen. Nichts könnte lächerlicher sein.
2. Das Diskursproblem
Nichts könnte lächerlicher sein, führte ich im ersten Kapitel aus. Weit gefehlt!
Zum näheren Verständnis kehren wir zurück zu der Situation als die Herren mit über den Schultern geklappten Krawatten am Urinal stehen. Noch können sie sich nicht sehen, denn jeder ist darauf konzentriert den völlig identischen Bedürfnissen Rechnung zu tragen, jeder erledigt die anstehende Angelegenheit mit Konzentration und Hingabe. Jeder? Nein, es gibt Zeitgenossen, denen just in diesem eher privaten Moment einfällt, dass sie schon längst und man vergisst ja so viel, aber wo wir doch gerade hier stehen und da fällt mir ein, also es ist ja nicht so wichtig und einen gesonderten Termin wollte ich wegen so einer Kleinigkeit nun auch nicht machen, aaahber, wie ist das noch mal …
Unversehens ist man in einem Fachgespräch. Die Kleinigkeit stellt sich dann als doch etwas größer dar. Mit einem halben Satz oder einem Ja bzw. Nein lässt sie sich nicht beantworten und nach einer präzisen und knappen und doch nur vorläufigen Antwort kommt man überein, das Thema nach der Sitzung bzw. in den nächsten Tagen dann ausführlicher und mit Blick in die dazu benötigten Unterlagen nochmals zu besprechen. Wenn man Glück hat war zu der kurzen Antwort keine übergroße Konzentration notwendig, wenn man Pech hat, pinkelt man so ungeschickt an den Rand, dass einige Tröpfchen auf die Hand oder die Hose spritzen. Das sind dann so die Momente unter denen die Kollegialität leidet und einem so Gedanken kommen. Gedanken, für die sich auch ein Staatsanwalt interessiert, Gedanken, die den Verfassungsschutz oder die Homeland Security hellhörig werden lassen, Gedanken, die sich mit Explosionen, Faustfeuerwaffen oder Brandbeschleunigern befassen, Gedanken, die auch nicht verschwinden wollen, wenn sich der Dritte im Bund in die Diskussion einmischt und noch ein anderes Thema einführt und sowieso die Welt Scheiße findet, insbesondere wie er im Betrieb behandelt wird und was man denn – bitteschön – dagegen zu unternehmen gedenkt, so Gedanken halt. Wenn man dann den Hosenschlitz endlich geschlossen hat und an das Waschbecken tritt, während die Krawatten noch über den Schultern hängen und man die Welt ziemlich ungerecht findet und die beiden Mitstreiter immer noch auf einen einreden, wenn man sich dann im Spiegel sieht, kommt man sich ziemlich lächerlich vor.
3. Das Problem des fernmündlichen Austauschs
Wir sprachen gerade über die Momente im Leben, in denen man sich ziemlich lächerlich vorkommt und längst zu der Auffassung gekommen ist, dass es nun aber auch langsam gut sei. Das muss nicht so sein.
Kehren wir zurück zu der oben und auch noch weiter oben geschilderten Situation: Drei Herren am Urinal mit geschürzten Krawatten, zwei intensiv diskutierend, einer eher verhalten. Die Debatte ist in dem Stadium etwas an Fahrt und Hitze aufzunehmen als das Handy in der Hosentasche klingelt. Je nun, man kann ja berechtigterweise der Auffassung anhängen, dass es Situationen gibt, das sollen sie einen doch einfach am Arsche lecken. Solchen Auffassungen kann man nur schwer widersprechen, Gegenargumente lassen sich nur in sehr überschaubarer Anzahl finden. Ein gutes Gegenargument ist, dass man einen wichtigen Anruf erwartet, den man mit Blick auf die spärlichen Pausen versucht hat so zu arrangieren, dass er passgenau in die erwartete Pinkelpause fällt und dass dieser Anruf aus Übersee kommt, wirklich wichtig ist und von dem Anrufer aufgrund der Zeitverschiebung freundlicherweise während des Abendessens mit seiner geliebten Frau versprochen hat zu tätigen. Je nun, da kann man nicht einfach sagen: rutsch mir den Buckel runter. Ich kann jetzt nicht, macht doch was ihr wollt, mit mir nicht, ist mir doch alles sowas von scheißegal. Kann man nicht. Man kann nur abschütteln, die Hose zumachen, das Telefon zwischen Schulter, Krawatte und Backe einklemmen, zu den Mitdiskutanten sagen: „Ruhe jetzt!“ und das Gespräch annehmen. Es empfiehlt sich ruhig zu bleiben, auch wenn keine Ruhe ist. Wenn man dann beim telefonieren mit übergeworfener Krawatte und eingeklemmten Handy und zwei gestikulierenden Herren im Hintergrund, deren Krawatten ebenfalls über der Schulter liegen, sich die Hände wäscht und dabei zufällig in den Spiegel sieht, dann erst ist der Punkt erreicht, der die Situation aus jeder Realität enthebt. Glauben Sie mir: das sieht lächerlich aus.
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kluges und interessantes:
Dazu
George Carlin
Neue Wörter:
amüsantes:
zu guter Letzt
hätte ich noch den Lebenslauf einer charmanten und klugen Frau anzubieten.
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auch ein Kurzroman
Ganz schlecht weil: verboten. Also natürlich auch dass auf Trottoir, aber kümmert keinen. Also z.B. Ich oder irgendjemand, also egal: nach Arbeit, müde, genervt aber hungrig, also zum einholen, schwere Taschen mit Essen und noch ein paar Flaschen wegen Durst, also richtig schwer. Dann Kneipe mit Leuten so am Frühstücken, also am Abend, eng, aber schönes Wetter, also Sonnenschein. Na! Alles klar. Fahrradfahrer Affenzahn und Zack!, mit Gesicht auf quatro stagioni oder Früchtequark. Aber geht nicht, weil riesiger Menschenauflauf und Polizei und Spätfrühstücker: Der da mit Finger: mit Einkaufstasche in Speichen. Und dann: Blödes Gesicht machen! Polizei tief in Augen: Selbstjustiz geht nicht. Strafe, Zack! Punkte in Flensburg oder so. Also ganz schlecht. Oder: wer weiß? Leute Brast, Leute klatschen. Jawohl! Endlich tut mal jemand was. Und halten dicht, wenn Polizei und Krankenwagen wegen blutigem Radfahrer? Man weiß es nicht. So oder so, aber wenn so, dann Strafe und ganz schlecht. Aber könnte klappen? Übrigens, wenn keine Einkaufstasche, geht auch mit Regenschirm, kein Problem. Also eigentlich nicht ganz schlecht. Man weiß es nicht.
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- Da ich ja früher schon das Gefühl hatte, dass Foucault die Historie seiner Theorie als Exemplum beimischt, bin ich auf die Übersetzung und Kommentierung von Benthams »Panoptikum « gespannt.
- „Wenn ihr das letzte Eifon gegessen habt werdet ihr erkennen, dass man Bäume nicht kaufen kann.“ Oder war es umgekehrt?
- Eine Studierende sagt zu einem Studierenden: „Verpiss Dich, Du Arsch!“ Der Studierende antwortet der Studierenden: „Nu hab Dich nicht so, olle Zicke!“ Alles nicht so einfach.
- Lehrkörper und Lernkörper hat Scharm, Absolventen und Abiturienten deuten auf das grundsätzliche Problem mit den Studierenden hin. Verlaufsformen haben ihre Tücken, da werden auch Linguistinnen und Linguisten nichts daran ändern können. Wie sagte doch schon Max Goldt „biertrinkende Studierende“ sind nur schwer vorstellbar.
- „was seit Mitte der neunziger Jahre unsere gesellschaftliche Existenz prägt: das Internet.“
Nein, tut es nicht. Die gesellschaftliche Existenz wird durch einen guten Job oder durch Arbeitslosigkeit, durch Familie, durch Freunde oder Einsamkeit und noch durch tausend andere Sachen ‚geprägt‘. Das Internet prägt noch nicht einmal die Kommunikation. Nachwievor wird außerhalb des Internets mehr kommuniziert als im Netz. Da müsste er nur mal die Wohnung verlassen und in einen Betrieb oder eine Schule gehen. In welcher irren Welt glaubt er denn zu sein? - „wikipediarelevante freie Künstlerin und Kulturschaffende“ las ich jüngst: das war nicht ironisch gemeint.
- Im Vergleich zum Calcio Storico in Florenz ist American Football oder Rugby was für Weicheier.
- "wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht" ist auch so ein nicht ganz neuer Gedanke, der mir beim Internetgucken, z.B. bei den Occupisten, gelegentlich durch den Kopf schießt.
- Kommentar auf Vorrat: „Und wenn Sie jetzt noch so freundlich wären, ihr Gemeine mit 1 Argument, 1 Sachverhalt oder 1 Erfahrung zu unterfüttern, wäre das so richtig supi!“
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Dieses Internet, das weiß doch alles, aber da steht nichts drin zu einem Dintendieter, nur zu Dieter Dinte und der ist mir egal.
Aber diese Suchmaschinen, Sacré bleu, die denken ja mit und machen die Suche nach Dintendieter zu einem Erlebnis (okay, man muss aus all dem Mist, der einem angeboten wird, etwas auswählen, am Besten etwas Amüsantes oder Interessantes, dann ist es fast so, als stöberte man in seinem Bücherschrank) und man stößt so auf dies und das:
„In der Dinte.Je nun, ich würde vielleicht keine historisch-kritische Ausgabe von Geisheim für 942, 80 € kaufen, als Fundstück nebenbei ist es doch aber ganz hübsch?
Heraus aus meinem Dintenfaß,
Ihr Narren, kommt heraus;
Setzt nieder euch an’s volle Glas
Und zum gespickten Schmaus.
Auf, bringt die Narrheit Schwarz auf Weiß
Mir lustig auf’s Papier;
Denn Lustigkeit steht hoch im Preis’,
Und thut uns Noth allhier.
Doch Dintengeister sitzen fest
In ihrer Dinte drin;
Das bittre schwarze Meer nicht läßt
Heraus den freien Sinn.
Sie bleiben ernsthaft trotz des Specks
Im steifen Längenmaß;
Und höchstens macht uns noch ein Klecks,
Der sie verdrießet, Spaß.
Galläpfellvoll sind sie so gern
Der Welt ein bittres Gift:
Es halten sich die Dintenherrn
Gern für ein hohes Stift,
Das, wenn es eben will geruhn,
Man solle sich kastein,
Und soll einmal sich bene thun,
Tunkt seine Feder ein.
Die Welt ist in der Dinte sehr,
Drum ist sie nicht sehr froh;
Drückt’ Schwarz auf Weiß sie nicht so schwer,
Es wäre wohl nicht so.
Darum bedenkt zur Faschingszeit
Recht reiflich, was euch frommt;
Macht nur, daß ihr zur Fröhlichkeit
Bald aus der Dinte kommt.“
(Johann Karl Wilhelm Geisheim)
Ach ja, wie war das jetzt noch mal mit dem Dintendieter?
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Eigentlich müsste man sowieso noch etwas weiter ausholen:
Ich liebe ja Huhn in Riesling, das fast so ist wie coq au vin, nur ein bisschen anders und statt Beaujolais (?) nimmt man eben Riesling.
Genau genommen bereitet man das Rieslinghuhn, wie es im Elsass und im benachbarten Baden-Württemberg gegessen wird, folgendermaßen zu:
Man braucht zunächst ein Huhn bzw. eigentlich einen Hahn, denn früher wurden die Damen zum Eierlegen benötigt und die Kerle, bis auf einen, kamen in die Bratröhre.
Die Großmutter meiner Frau pflegte übrigens gelegentlich den jungen Frauen den Merkvers:
„Mädchen, die rauchen und Hühnchen, die krähen,mißbilligend vorzudeklamieren. Aber das gehört nicht hierher. Dass es sich um einen unreinen Reim handelt soll uns auch nicht weiter interessieren. Dass Hühner ziemlich hysterisch sind und sich leicht aufregen, ist ohne Belang. Wobei … aber das ist eine andere Geschichte.
soll man beizeiten die Hälse umdrehen!“
In Süddeutschland nennt man die Tiere übrigens Göckeler. Der Göckeler sollte von guter Qualität sein, muss aber nicht unbedingt aus der Bresse kommen, ein ordentliches Ökohuhn tut es auch. Hähnchen aus Massentierhaltung hingegen haben oft einen schmierigen Geschmack. Zumindest bilde ich mir das ein. Nun ja, sie können ein Huhn aus einigermaßen artgerechter Haltung natürlich auch aus anderen Gründen verwenden.
Die Haut des Huhn wird abgelöst und beiseite gelegt. Das Tier in mundgerechte Stücke zerlegen, Bürzel und üppigere Fettpolster entfernen und in den Suppentopf oder Mülleimer schmeißen.
Zwei große Zwiebeln in kleine Würfel schneiden.
Die Hühnerteile salzen und pfeffern und nach und nach in einer Reine mit Butterschmalz anbraten. Die Zwiebeln hinzugeben und glasig dünsten. Eine Flasche Riesling dazu, etwas Zitronenschale darüber reiben und etwa 45 Minuten ohne Deckel schmoren lassen.
Wenn das Huhn fertig ist und die Zwiebeln, das Hühnerfett und der Riesling eine schöne Soße erzeugt haben, die Haut des Huhn in schmale Streifen schneiden und mit wenig Fett knusprig ausbacken. Wenn sie nicht aufgepasst haben, ist die Hühnerhaut verbrannt und taugt nur noch für den Mülleimer, wenn sie alles richtig gemacht haben: auf etwas Küchenkrepp abtropfen lassen und mit etwas Petersilie über das Huhn streuen. Baguette oder Ciabatta dazu.
Kann man essen.
Wo waren wir? Richtig: gegen Hühnerbeine ist grundsätzlich nichts einzuwenden.
Ich stand also am orangen Mülleimer der Stadtreinigung und rauchte eine Zigarette als sich fünf schwer betrunkenen Briten mit Bierflaschen und kalten Hühnerbeinen in den Händen durch das morgendliche Marktgetümmel drängelten, mal den Einen anpöbelten, mal den Anderen anrempelten und mit Bier bespritzten. Berlin scheint zunehmend interessant für die Trunkenbolde aller Länder zu werden. Be happy, be drunk, be Berlin! Na gut, dachte ich, wenn die jungen Leute zu Hause sich keinen auf die Glocke gießen dürfen? Nur waren die Fünf nicht einfach nur betrunken, sie waren auch nicht einfach sternhagelvoll, nicht knülle oder voll wie eine Haubitze, sie hatten anscheinend eine Druckbetankung an sich durchgeführt.
Der Erste schlug sich seine Bierflasche gegen die Zähne, weil er offensichtlich nicht mehr wusste, wo sich denn die Körperöffnung zum Trinken so genau befindet, zwei weitere Jungs versuchten mit ihren Hühnerbeinen die gleiche Öffnung zu treffen. Einer der Beiden schmierte sich das Hühnerfett undekorativ auf das Gesicht, rülpste mehrfach hintereinander und fand das sehr spaßig. Richtiggehend überfordert waren aber alle fünf angesichts des orangenen Mülleimers.
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der hat viele Kurzromane
Ganz schlecht, weil verboten, sagt meine Frau. Kaum zu glauben! Also morgens, wenn noch müde. Zwar schon Kaffee, aber müde und bald auf Arbeit. Also nicht wie Leute an Kiosk mit Bier vor Arbeit - muss nicht sein. Also schlecht! Dann ein Haufen Fünfzehnjährige am giggeln und schupsen und so am Hauptschule gehen und ein Lärm! Furchtbar. Also, dann S-Bahn und dann so ein Impuls, also mehr so ein Gedanke oder Anwandlung, weil nervig und noch müde, also nur wenig geistige Kräfte so früh am Morgen, aber verboten, sagt meine Frau. Unbegreiflich. Aber wenn Verbot egal, dann quietschen, Aufsicht aufgeregt, Polizei, Lalülala, riesen Auftrieb und zack! Gefängnis, also sauschlecht, obwohl eigentlich gerecht, weil nervig und laut. Zack!
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- Neues Wort: Nyctohylophobie – die Angst vor dem nächtlichen Wald. Die haben, so der Waldhistoriker Detlev Arens, vor allem Frauen. Dass es Waldhistoriker gibt, wusste ich auch nicht.
- Mehdornino, der neue Darsteller aus der Vorabendserie: „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.“ Darauf einen Dujardin.
- Lupo cerveca hombre heißt Wolf Biermann auf Spanisch sagt Wiglaf Droste.
- Vom undogmatischen Linken zum dogmatischen Rechten. Was es alles gibt.
- Ist es zu euphemistisch von Sloterdijk als dem Günther Jauch der Philosophie zu reden?
- Ich war ja noch nie bei einem Makler. Wenn ich aber mal bei einem sein sollte und ich ihm erklären müsste, welche Art von Wohnung für mich die Richtige wäre, dann, ja dann würde ich sagen: „Wenn Sie eine Wohnung für mich suchen, sollten Sie sich immer zunächst fragen: Würde sich ein Architekt oder Innenarchitekt hier wohlfühlen? Wenn ja kommt sie für mich nicht in Frage!“
gerade entdeckt:
Bevor es wieder depubliziert wird: ein Radiofeature über Milton Friedman.
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Die Tagnachtlampe
Korf erfindet eine Tagnachtlampe,
die, sobald sie angedreht,
selbst den hellsten Tag
in Nacht verwandelt.
Als er sie vor des Kongresses Rampe
demonstriert, vermag
niemand, der sein Fach versteht,
zu verkennen, daß es sich hier handelt -
Finster wird's am hellerlichten Tag,
und ein Beifallssturm das Haus durchweht
Und man ruft dem Diener Mampe:
"Licht anzünden!" - daß es sich hier handelt
um das Faktum: daß gedachte Lampe,
in der Tat, wenn angedreht,
selbst den hellsten Tag
in Nacht verwandelt.
(Christian Morgenstern)
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