Der hinkende Bote

Almanach für Matrosen, wie sie sein sollten

Dienstag, 22. März 2011
vom Zauber des seitlich dran vorbeigehens ...

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Montag, 21. März 2011
Der Bodenseereiter
von Gustav Schwab und Robert Gernhardt, beide zu singen nach der Melodie ‚paperback writer’ von Lennon/McCartney.
Die Fassung von Otto und den Friesenjungs ist wohl im Netz nicht verfügbar.
Zunächst das Original:
Der Reiter und der Bodensee

Der Reiter reitet durchs helle Thal,
Auf Schneefeld schimmert der Sonne Strahl.

Er trabet im Schweiß durch den kalten Schnee,
Er will noch heut an den Bodensee;

Noch heut mit dem Pferd in den sichern Kahn,
Will drüben landen vor Nacht noch an.

Auf schlimmem Weg, über Dorn und Stein,
Er braust auf rüstigem Roß feldein.

Aus den Bergen heraus, ins ebene Land,
Da sieht er den Schnee sich dehnen, wie Sand.

Weit hinter ihm schwinden Dorf und Stadt,
Der Weg wird eben, die Bahn wird glatt.

In weiter Fläche kein Bühl, kein Haus,
Die Bäume gingen, die Felsen aus;

So flieget er hin eine Meil’, und zwei,
Er hört in den Lüften der Schneegans Schrei;

Es flattert das Wasserhuhn empor,
Nicht anderen Laut vernimmt sein Ohr;

Keinen Wandersmann sein Auge schaut,
Der ihm den rechten Pfad vertraut.

Fort gehts, wie auf Sammt, auf dem weichen Schnee,
Wann rauscht das Wasser, wann glänzt der See?

Da bricht der Abend, der frühe, herein:
Von Lichtern blinket ein ferner Schein.

Es hebt aus dem Nebel sich Baum an Baum,
Und Hügel schließen den weiten Raum.

Er spürt auf dem Boden Stein und Dorn,
Dem Rosse gibt er den scharfen Sporn.

Und Hunde bellen empor am Pferd,
Und es winkt im Dorf ihm der warme Heerd.

„Willkommen am Fenster, Mägdelein,
An den See, an den See, wie weit mags seyn?“

Die Maid sie staunet den Reiter an:
„Der See liegt hinter dir und der Kahn.

Und deckt’ ihn die Rinde von Eis nicht zu,
Ich spräch’, aus dem Nachen stiegest du.“

Der Fremde schaudert, er athmet schwer:
„Dort hinten die Eb’ne, die ritt ich her!“
Da recket die Magd die Arm’ in die Höh’:
„Herr Gott! so rittest du über den See:

In den Schlund, an die Tiefe bodenlos,
Hat gepocht des rasenden Hufes Stoß!

Und unter dir zürnten die Wasser nicht?
Nicht krachte hinunter die Rinde dicht?

Und du wardst nicht die Speise der stummen Brut?
Der hungrigen Hecht’ in der kalten Fluth?“

Sie rufet das Dorf herbei zu der Mähr’,
Es stellen die Knaben sich um ihn her;

Die Mütter, die Greise, sie sammeln sich:
„Glückseliger Mann, ja, segne du dich!

Herein zum Ofen, zum dampfenden Tisch,
Brich mit uns das Brot und iß vom Fisch!“

Der Reiter erstarret auf seinem Pferd,
Er hat nur das erste Wort gehört.

Es stocket sein Herz, es sträubt sich sein Haar,
Dicht hinter ihm grins’t noch die grause Gefahr.

Es siehet sein Blick nur den gräßlichen Schlund,
Sein Geist versinkt in den schwarzen Grund.

Im Ohr ihm donnerts, wie krachend Eis,
Wie die Well’ umrieselt ihn kalter Schweiß.

Da seufzt er, da sinkt er vom Roß herab,
Da ward ihm am Ufer ein trocken Grab.
(Gustav Schwab)
und jetzt die Fassung von Robert Gernhardt:
Bodenseereiter
Ein Mann wollte schnellstens von A nach B,
zwischen A und B lag der Bodensee,
der im kältesten Winter seit hundert Jahr
von A bis B zugefroren war:
Bodenseereiter, Bodenseereiter,
wie kommst Du weiter?

Frischer Schnee, der deckte das blanke Eis,
doch was einer nicht weiß, das macht ihn nicht heiß.
Unser Mann ahnte nichts von dem See unterm Schnee,
also ritt er über den Bodensee:
Bodenseereiter, Bodenseereiter,
wie geht es weiter?

Bald schon bricht der Abend, der frühe, herein,
aus Häusern im Schnee blinkt der Lichter Schein.
Das ist endlich A, denkt der Reitersmann,
da staunt eine Frau groß den Fremden an:
Seltsamer Reiter, eisiger Reiter,
kommst du von weither?

Von dahinten, sagt er, und sie fragt: Vom See?
Ist hier nicht A? fragt er – Nein, sagt sie, hier ist B.
Da stocket sein Herz, er sinkt vom Roß herab,
und am Ufer ward ihm ein trocken Grab:
Bodenseereiter, Bodenseereiter,
da sind wir gescheiter:

Wir alle müssen von A nach B,
unser aller Weg führt übern Bodensee.
Doch um faktisch vorm trocknen Grab sicher zu sein,
brechen wir prophylaktisch ins nasse ein:
Bodenseereiter, Bodenseereiter,
kommt, es geht weiter!

Bodenseereiter, Bodenseereiter,
das Leben geht weiter!
(Robert Gernhardt)

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Freitag, 18. März 2011
Helden wie wir
eine Art Nachtrag zum internationalen Frauentag
Ein Held zu sein ist ja für einen neun- oder zehnjährigen Jungen gar nicht so einfach. Wo sind die Bösewichter, die man besiegen kann, wo die Unschuldigen, die es zu erretten gilt?

Wir hatten damals alle Karl May gelesen und Friedrich Gerstäcker und Sigurd und Falk und Tibor und Akim und Nick den Raumfahrer und wir wollten sein wie sie, mindestens ein bisschen. Wie Kara Ben Nemsi durch das wilde Kurdistan ziehen, die Unschuldigen befreien und den Edlen zu ihrem Recht verhelfen. Das christliche Gedöns von Karl May zwischendurch haben wir einfach überlesen. Wir wollten wie Falk ohne Fehl und Tadel sein und mit Kerak zusammen die Bösen bekämpfen.

Nur, wie gesagt, es gab so furchtbar wenig Bösewichte gegen die man kämpfen konnte.

Die Mädels fanden wir unisono blöd, sie durften sich nicht schmutzig machen und spielten Gummitwist und das Schlimmste war, sie wollten immer bei uns Jungs mitmachen. Nur, wie soll man mit einem Mädchen „Räuber und Gendarm“ oder „Anschleichen an den Marterpfahl“ oder „Aus dem Gebüsch mit Gebrüll hervorbrechen“ spielen? Weiber eben, kann man nix mit anfangen!
Blieb aber immer noch das Problem mit den fehlenden Bösewichtern.
Und eines Tages hatten wir eine Idee.
Natürlich war uns klar, dass man aus den Mädels keine Bösewichte machen konnte, schließlich heulen die ja sofort wegen allem los, das wusste jeder. Wahrscheinlich kann Ihnen das auch heute noch jeder achtjährige Junge bestätigen. In dem Alter weiß man eben noch Bescheid, wie es in der Welt zu geht.
Auf jeden Fall nervten uns die Mädchen mal wieder, dass sie mitspielen wollten und nach dem wir ihnen alles Notwendige über Helden und Schurken, edle Apachen oder eigentlich Apatschen (Übrigends: Paulus schrieb an die Apatschen: „Ihr sollt nicht nach der Predigt klatschen.“ Aber das gehört hier nicht her!) und noch edlere Waldläufer, über das Anschleichen und den Marterpfahl erzählt hatten, wurden sie probeweise als Comantschen eingeteilt. Das hat nicht wirklich gut geklappt. Die Mädels hatten einfach keine Ahnung, wie man sich als feindlicher Stamm zu verhalten hat.

Unser Anführer meint dann aus lauter Ärger:
„Ab an den Marterpfahl!“
Das klappte zunächst erstaunlich gut.
Fesseln, an den Baum binden, knebeln und unter lautem Geheule um den Baum tanzen.
Alles Bestens soweit. Irgendwann wurde es dann aber langweilig und wir veränderten das Spiel. Die Hälfte musste auf die Comantschenseite wechseln und die Gefangenen bewachen, die andere Hälfte blieb Apatschen und verzog sich ins Gebüsch, um nach einer angemessenen Wartezeit mit dem Anschleichen zu beginnen.
Irgendwann dämmerte den Mädels, dass sie nicht den besten Part bei dem Spiel abbekommen hatten.
Die Apatschenfraktion schlich derweil durchs Unterholz und versuchte so wenig Zweige wie möglich umzuknicken. Soviel hatten wir uns über das Anschleichen zusammengereimt. Anschleichen muss leise sein und knackende Äste sind weit zu hören. Irgendwo hatten wir aufgeschnappt, dass richtiges Anschleichen eigentlich auf den Finger- und Zehenspitzen vonstatten zu gehen hat. Leider führt das unweigerlich zu einem Krampf in den Fingern und so mussten wir das richtige Anschleichen leider wieder einstellen. Aber leise durch den Wald gehen war ja schließlich auch eine Form von Anschleichen. Man muss natürlich auch dafür etwas üben.
Den Mädels war inzwischen völlig klar, dass sie einen ziemlich blöden Part in dem Spiel zugeteilt bekommen hatten.
Nach einiger Zeit hatten wir ausreichende Fertigkeiten im Anschleichen gesammelt und näherten uns wieder den Marterpfählen und dem feindlichen Stamm.
Mit dem Lautlosen klappte das zwar immer noch nicht, so dass wir uns nicht heimlich von hinten den Bäumen mit den Gefangenen nähern konnten, um sie loszuschneiden und dann ebenso still und leise im Wald zu verschwinden. Äste knackten und zu allem Überfluss stolperte einer. Wir stürmten daher mit Gebrüll auf die Lichtung, fochten mit unseren Stockdegen bis die Rinde abplatzte und setzten uns dann zur Manöverkritik in einen Kreis.
Die Mädels waren inzwischen genervt und hatten keine Lust, mehr gefesselt und geknebelt an die Bäume gebunden zu sein.
Als wir sie dann losgebunden hatten, waren sie schon reichlich angesäuert und maulten über das „Scheiß“-Spiel und überhaupt. Aber: hätten wir sie nicht losbinden sollen?

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Donnerstag, 17. März 2011
Ich werde alt
Letztens in der Kantine plaudern wir über Fukushima. Ein Kollege sagt:

„Jetzt geht die Scheiße schon wieder los. Ich erinnere mich noch genau, als Tschernobyl hochging, durften wir nicht mehr in der Buddelkiste spielen.“

Ich sah ihn mit großen Augen an. Und murmelte vor mich hin:

„1986? Da habe ich Examen gemacht.“

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Mittwoch, 16. März 2011
Wundersame Maschinen X
Wolfgang von Kempelen (1734 – 1804) war wie fast alle seiner zeitgenössischen Erfinderkollegen Universalgelehrter. Als Architekt, Schriftsteller, Erfinder und Beamter der ungarisch-österreichischen Monarchie leistete er Bedeutendes. Er entwarf die Kaskaden im Schlosspark Schönbrunn und baute ein mobiles Bett für die erkrankte Kaiserin.

Fasziniert sind heute Künstler und Ingenieure gleichermaßen von seiner Sprechmaschine, die er 1791 in seinem Buch „Wolfgangs von Kempelen k. k. wirklichen Hofraths Mechanismus der menschlichen Sprache nebst der Beschreibung seiner sprechenden Maschine“ beschrieb.


(Wikipedia)

Die Universität des Saarlandes hat die Maschine nachgebaut, so dass man sie auch hören kann.

Berühmt bis heute ist er durch seinen Schachtürken, eine Maschine mit der er Europa und die USA bereiste und die in der Lage war, selbst namhafte Schachspieler seiner Zeit zu schlagen. Die in türkische Gewänder gekleidete Figur ratterte wie ein Uhrwerk, wenn die Figuren bewegt wurden und konnte die Züge seiner menschlichen Gegner beobachten und analysieren und nickte mit dem Kopf, wenn ‚Schach‘ geboten wurde. Alle Welt war fasziniert und versuchte hinter das Geheimnis zu kommen. In der Folge entstanden eine Reihe von Gerüchten, wen der Schachtürke schon alles geschlagen haben sollte. Wolfgang von Kempelen weigerte sich stets das Geheimnis des Türken preiszugeben.


(Quelle: Wikipedia)

Der Ausdruck „etwas türken“ geht auf seinen Schachtürken zurück.

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Dienstag, 15. März 2011
Naslöcher XII
Erich Weinert: Gesetz zum Schutz der Jugend
Es schleicht eine lange Nase
Ganz heimlich von Haus zu Haus.
Es gehen moralische Gase
Von ihren Naslöchern aus.

Die Nase ist wie ein Rüssel.
Sie schnuppert und schnobert und kriecht
Durch jedes heimliche Schlüsselloch,
ob sie nicht irgendwas riecht.

Es schnüffelt der graue Riecher
In jeden frohen Verein;
Er schnüffelt in alle Bücher
Sein christliches Gas hinein.

Es schnüffelt die sittliche Nase
In allen Theatern herum;
Sie schnüffelt mit heil'ger Emphase
Nach einem Erotikum.

Sie schnüffelt an allen Orten,
Sie schnüffelt durch jiedes Lokal
Sie schnüffelt in allen Aborten
Nach allerlei Unmoral.

In jedem Familienbade,
Auf jedem Familienball,
Bei jeder Olympiade,
Die Nase ist überall.

Sie schnüffelt durch alle Gardinen
In jedes Ehegemach.
Sie schnüffelt sogar im Grünen
Der wandernden Jugend nach.

In jeden Unterrock kriecht sie
Und schnüffelt nach Sittlichkeit;
Und wo sie schnüffelt, da riecht sie
Nur sündige Lüsternheit. —

Was hat denn die Nase zu schnobern?
Beim Külz! Was riecht sie da nur?
Besteht denn aus Schweinekobern
Die ganze Jugendkultur?

Was rümpft denn die Nase die Nase? —
Sie riecht hinter jedem Schrank
Die eignen moralischen Gase,
Sie riecht ihren eig'nen Gestank!
(Erich Weinert)

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Montag, 14. März 2011
Juppheidi, Juppheida
Aber eins ist mal wieder allen klar:
Das deutsche Atomkraftwerk ist so sicher wie es immer war.
Und nun alle zusammen: Juppheidi, Juppheida

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Freitag, 11. März 2011
„Künstlerschweine, Künstlerschweine,
ich breche euch die Beine.“

guckst du hier.

via: ich weiß nicht mehr.

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Donnerstag, 10. März 2011
Reiselied
Wasser stürzt, uns zu verschlingen,
Rollt der Fels, uns zu erschlagen,
Kommen schon auf starken Schwingen
Vögel her, uns fortzutragen.

Aber unten liegt ein Land,
Früchte spiegelnd ohne Ende
In den alterslosen Seen.

Marmorstirn und Brunnenrand
Steigt aus blumigem Gelände,
Und die leichten Winde wehn.
(Hugo von Hofmannsthal)

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Mittwoch, 9. März 2011
Wundersame Maschinen IX
Jacques de Vaucanson (1709 – 1782), Sohn eines Handschuhmachers, hat so allerlei erfunden, den ersten Webstuhl etwa oder die Hakenkette, berühmt wurde er allerdings mit seinen Automaten, die die Welt in Erstaunen versetzten.
1737 konstruierte und baute er einen mechanischen Flötenspieler, der immerhin zwölf Lieder spielen konnte.

Sein Meisterwerk war die mechanische Ente, die mit den Flügeln schlagen, schnattern und Wasser trinken konnte.
Zum Fressen pickte sie Körner vom Boden auf, zerkleinerte sie und produzierte aus dem Brei einen relativ realistischen Kot. Maître Jacques hatte ganz offensichtlich Sinn für Details.

(Quelle Wikipedia)

H.M. Enzenberger hat eine Ballade auf Jacques de Vaucason geschrieben.

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Dienstag, 8. März 2011
Halb Acht
Schüler auf Klassenfahrt in Berlin sind die Pest. Sie sumpfen die ganze Nacht durch, schlurgeln dann in der Frühe, wenn ehrbare Leute zur Arbeit fahren, in den Zug. Einer kotzt auf den Boden und der Rest des Trupps dümpelt unentwegt an der Tür herum, so dass jeder der ein- oder aussteigen will, zunächst eine Alkoholleiche beiseite schieben muss. Ich sage: „Sauseggel, versoichte! Mer sodd euch krummbohrte Arschlöcher grad ungschpitzt in der Bodea neihaua, a Fuhre Mischt drüber kippa, naufsteiga, rondergucka und So! saga.“

Dazu fällt mir ein Tübinger Mundartdichter ein, dessen Name mir leider entfallen ist. Das Gedicht ging ungefähr so:
„D‘Studenda
Dr ganza Dag hocket se am Neckar rom ond saufet!
… aber selbscht des könne mir bessr!“
( Wilhelm Karl König?)

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Montag, 7. März 2011
Die Stoffwechselstube
„Diese Presse genügt dem nationalen Bedürfnis der „Deutschen in Österreich“, die sich ihrer freilich auch gern an Orten bedienen, wo man einem internationalen Drang Betätigung schafft, an Orten, die man sonst mit einem Fremdwort bezeichnet, für die ich aber den teutonischen Sprachreinigern den Ausdruck „Stoffwechselstube“ zur Verfügung stelle.“
(Karl Kraus, Die Fackel Nr. 147, 21. November 1903, S. 22 f.)
Mit Dank an Gisbert Damaschke

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Freitag, 4. März 2011
Ha!
Erster Platz bei der Suche nach‚ Socken mit Tieren’. Wie nennen das die Werbefritzen? Unique selling point? „I am the greatest!“

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Donnerstag, 3. März 2011
Der Schwan auf der Brücke
Eigentlich habe ich ja immer einen Fotoapparat dabei,nur gestern Abend leider nicht, als es einen Schwan im dicksten Berufsverkehr auf die Warschauer Brücke verschlug. Er hatte sich in den Kopf gesetzt, seine Frau gegen die aggressiven Nebenbuhler in Gestalt von Autos und Fahrradfahrern zu verteidigen. Immer aufgeregter und aggressiver attackierte er. Eigentlich war er auch sehr erfolgreich, zumindest die Radfahrer konnte er mit seinem Schnabel vertreiben, die Autofahrer machten ihn mit ihrer Huperei hysterisch. Ob die Leute glauben, dass sich ein Schwan durch Hupen in Luft auflöst?
Mit einer jungen Frau habe ich dann eine Zeitlang diskutiert, ob man nicht irgendwo irgendeine Gerätschaft auftreiben könnte, mit der man den Schwan auf die Treppe Richtung Ufer abdrängen könnte. Wenn man einen Besen griffbereit gehabt hätte, hatten wir aber nicht. Wir versuchten ihn dann, begleitet von herumfuchteln und mit den Armen rudern, nieder zu diskutieren. So in der Art: "Keiner will dir deine Frau abspenstig machen, alles im grünen Bereich, du kannst zurück auf die Spree ohne dass dir jemand etwas Übles antun will." Hat nicht geklappt.
Irgendwann kam dann die Polizei und setzte ihre Schutzschilde, die sie sonst bei Demonstrationen tragen, gegen den Familienverteidiger ein. Mit Erfolg.

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