So langsam wird ihnen klar, um was es geht? Um Kuba natürlich, das bekanntlich sehr arm ist und vieles benötigt: Energie, Bodenschätze, Handelspartner und die eine oder andere Freiheit. Wahrscheinlich wussten Sie aber bisher nicht, dass Kuba auch Entwicklungsland in Sachen Musik ist. (Jetzt spinnt er völlig, werden Sie denken.) Nun, gemach. Ein Hamburger Kuba-Fan hat es sich zu Aufgabe gemacht, Fidel und dem Rest der Insulaner deutsches Liedgut nahe zu bringen. Auf dass der Kubaner endlich seinem Son abschwöre und sich zum deutschen Schlager bekehre.
¡Venceremos!
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Siegmund erinnerte sich nun, was ihm der Wirt am Morgen von diesem Mädchen gesagt hatte, und er fand sich jetzt schon aufgelegt, ihm kein Wort zu glauben.Schön auch die kleinen Brechungen.
»Man hat gewiß von mir nachteilig zu Ihnen gesprochen«, fuhr die unbekannte Schöne fort, »aber ich versichere Sie, es ist Verleumdung gewesen.«
Siegmund bestätigte alles, was sie sagte; beide schimpften mit vereinigten Kräften auf die Bosheit der Welt, daß gerade die schlechtesten Menschen am schlechtesten von andern redeten. »Hüten Sie sich besonders vor Ihrem Wirte!« sagte die Schöne sehr eifrig; »er ist der größte Betrüger in der ganzen Stadt, ziehn Sie sobald als möglich von ihm aus, sonst wird er Ihnen eine ungeheure Rechnung machen!«
Siegmund erschrak nicht wenig über diese Nachricht; er glaubte schon die geschriebene Summe zu sehen, die er dem wohlbeleibten Manne auszahlen solle.
Man sprach noch viel über die mannigfaltigen und zusammengesetzten Charaktere der Menschen, über Bosheit und Niederträchtigkeit, Edelsinn und Rechtschaffenheit Siegmund hatte es ganz vergessen, in welchem Hause er sich befand, und moralisierte tapfer darauflos.
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Es muss so 1972 oder 73 gewesen sein, wir fuhren per Autostop nach Frankreich, ich glaube ins Languedoc oder in die Gascogne, aber so genau erinnere ich mich nicht mehr.
Na, auf jeden Fall gönnten wir uns ein anständiges Abendessen und ein Fläschchen des örtlichen Roten. Das Essen war gut, der Wein war gut und wir waren ziemlich betrunken, als wir uns auf den Heimweg machten. Der Heimweg führte uns aus dem Örtchen hinaus auf die Wiese eines Bauern, der uns dort zelten ließ. (Da die Polizisten in Frankreich damals eher unfreundlich gegen „Hippies“, wie das ja hieß, empfahl es sich einen „genehmigten“ Lagerplatz zu haben.)
Wir kamen also an einer Weide vorbei, auf der so 30 bis 40 Kühe lagen.
Der H. hatte ein humanistisches Gymnasium besucht und Latein und Griechisch gelernt. Aus Gründen, die wohl tief im Geiste des Rotweines lagen, kam er auf die Idee den ersten Gesang der Ilias vorzutragen.
„Μῆνιν ἄειδε, θεά, Πηληιάδεω Ἀχιλῆος
οὐλομένην, ἣ μυρί’ Ἀχαιοῖς ἄλγε’ ἔθηκε,
πολλὰς δ’ ἰφθίμους ψυχὰς Ἄϊδι προΐαψεν
ἡρώων, αὐτοὺς δὲ ἑλώρια τεῦχε κύνεσσιν
οἰωνοῖσί τε πᾶσι• Διὸς δ’ ἐτελείετο βουλή•
ἐξ οὗ δὴ τὰ πρῶτα διαστήτην ἐρίσαντε
Ἀτρεΐδης τε ἄναξ ἀνδρῶν καὶ δῖος Ἀχιλλεύς.“
(„Singe den Zorn, o Göttin, des Peleiaden Achilleus,
Ihn, der entbrannt den Achaiern unnennbaren Jammer erregte,
Und viel tapfere Seelen der Heldensöhne zum Aïs
Sendete, aber sie selbst zum Raub darstellte den Hunden,
Und dem Gevögel umher. So ward Zeus Wille vollendet:
Seit dem Tag, als erst durch bitteren Zank sich entzweiten
Atreus Sohn, der Herrscher des Volks, und der edle Achilleus.“)
Er deklamierte wohl eine halbe Stunde und nach und nach versammelte sich die ganze Herde wie im Auditorium eines griechischen Theaters am Zaun und lauschte den altgriechischen Versen. Wir und die Kühe genossen den Vortrag in dieser lauen Sommernacht. Zu allem Überfluss sah man in der Ferne über dem Rain des nahen Flusses auch noch Sternschnuppen verglühen. Zwei Jahre später habe ich mir für meine Reise in die Türkei, die Odyssee in den Tornister gepackt.
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Siegmund war fast schon wieder nüchtern, als er vor seinem Gasthofe stand und sich wunderte, als er die Tür verschlossen fand; er klingelte, es öffnete jemand das Fenster, und bald darauf hörte er Pantoffeln auf der Treppe und die Tür mühsam und tiefatmend aufschließen; sie öffnete sich, und eine alte Frau leuchtete ihm die Treppe hinauf. Noch ehe er sich besinnen konnte, stand er in einem fremden Zimmer, wo das ofterwähnte Mädchen mit dem hübschen Gesicht in einem Sofa saß.Allerdings nicht in der von ihm und uns erwarteten Weise.
Es wäre unschicklich gewesen, sich zu entschuldigen und wieder fortzugehen; die Alte war verschwunden, und Siegmund nahm nach einer freundlichen Einladung Platz zur Seite des Mädchens.
Siegmund wollte seinem fröhlichen Taumel die Krone aufsetzen, und erstaunte sehr, als er seine dreisten Liebkosungen nicht so erwidert fand, wie er nach allen Umständen erwarten konnte, sondern die Schöne machte sich im Gegenteil von ihm los, und bat ihn mit so vielem Anstande, sich gesitteter zu betragen, daß er rot ward und verschämt um Verzeihung bat. – Das Gespräch nahm nun eine andere Wendung; man sprach von gleichgültigen Dingen, und Siegmund, der eine mit Achtung vermischte Zuneigung zu dem Mädchen fühlte, war endlich schwach genug, ihr seine ganze Geschichte zu erzählen. – Sie gestand ihm im Gegenteil daß er ihr gleich beim ersten Anblick auf eine sehr vorteilhafte Art aufgefallen wäre, daß sie sogleich seine Bekanntschaft gewünscht, daß sie aber nach dem Blick, den er ihr heut vormittag zugeworfen habe, gänzlich daran verzweifelt sei.
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Die Häuser mit ihren erleuchteten Fenstern kamen ihm außerordentlich schön und freundlich vor; er grüßte ein paar Vorübergehende sehr höflich, ohne sie zu kennen, stand auf einer Brücke still, und lachte gewaltig über einen Kahn, der mit einer kleinen Kette an einer Waschbank befestigt war und hin und her schwankte. Er trug gar kein Bedenken, einen Mann mit einem Kuckkasten anzuhalten, und in seinen Schauplatz bei dem kreischenden Gesange des Alten hineinzusehn und sich von Herzen zu amüsieren. Als das Schauspiel geendigt war, wollte er sich ohne Bezahlung heimlich davonmachen, bloß um mit dem Direktor des Nationaltheaters zanken zu können. Als dieser Streit über das usurpierte Freibillet geendigt war, gab er dem Manne zwölfmal soviel als er verlangte.Handlungsarme und handlungsreiche Sequenzen wechseln sich ab: Beschleunigung und Verzögerungen.
Die freie Luft nahm nach und nach den Taumel von seinen Sinnen hinweg; es herrschte nun in ihm jene frohe Laune, die kälter und eben deswegen angenehmer ist. Die Umrisse der verschiedenen Gegenstände waren nicht mehr ineinander verflossen, er ging langsamer, und alles, was er sah, machte ihn froh und heiter. Das warme, frohmachende Klima, der helle Sonnenschein und der blaue Himmel werden gleichsam verkörpert in den Weinfässern nach unserm Norden hergefahren; durch den Genuß des Weins wird der Mensch auf einzelne Stunden der Bewohner jener schönen Länder, und kehrt nur ungern in sein kaltes Klima nach den verflogenen Dünsten zurück. Siegmund nahm sich in dieser Stimmung vor, eine große und poetische Apologie des Weins und der Trunkenheit zu schreiben, zu beweisen, wie mit dem Rausche das Herz erwärmt und gehoben wird, wie unbemerkte geistige Kräfte des Menschen sich aus ihrem Hinterhalte hervorschleichen, und das Gehirn zum bunten Tanzplatz der schönsten und feinsten Gedanken machen. – Um sich nicht selbst Lügen zu strafen, gab er einem alten Krüppel alles Geld, das er bei sich trug, ohne es auch nur vorher zu zählen. »Da ich mich glücklich fühle«, sagte er, »so nimm, und sei es auch heute abend, und meine Augen sollen nicht wissen, was meine Hände tun.«
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„Hey, hello, you’re student?“
„Yes, sir!“
„You shouldn’t call me sir, i’m Bob and this is my wife Rebecca.“
„Hi Bob, hi Rebecca! I’m G.“
Wir plauderten ein wenig und kamen dann darauf zu sprechen, wo wir denn alle hinwollten.
„We’re comming from Crumm Lancky, you know, we’re heading for Curefürstenstreet, you know, there we‘re forced to take bus nr. 48 to the Philharmony, you know.“
Mit ‚Crumm Lancky‘ hatte ich zunächst Probleme, aber da wir auf der alten U 1 von Krumme Lanke nach Schlesisches Tor waren, konnte ich diese erste sprachliche Hürde noch leicht meistern.
„We‘re invited to a concert, in the Philharmony, Anthony Waiwelday, you know.“
Ich hatte keine Ahnung. Waiwelday, was sollte das bedeuten?
„Pardon, but Waiwelday? I don’t understand.“
„Anthony Waiwelday, Famous composer? You know?“
Ich zuckte mit den Achseln. Vielleicht etwas Moderneres? Experimentelle Musik?
Und dann dämmerte es mir, Anthony Waiwelday war zweifellos ein naher Verwandter von Mischèl Schackson, nach dem ich einmal in Südfrankreich befragt worden war.
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... 1194 x aufgerufen
Gegen Abend kehrte er in seinen Gasthof zurück; er war zufrieden, daß der Wirt noch ebenso höflich gegen ihn war, ja noch höflicher als vorher, weil er sich einbildete, Siegmund habe beim Präsidenten gegessen. Er ging auf sein Zimmer und bestellte sich ein delikates Souper, weil er nicht an der Wirtstafel den Spöttereien seines guten Freundes Bellmann ausgesetzt sein wollte. Er ließ den Vorhang herunter, setzte sich einen behaglichen Sessel an den Tisch, und ließ sich eine Flasche vom besten Weine geben. Darauf fing er mit dem besten Appetit seine Mahlzeit an.Im Grunde genommen besteht die ganze Erzählung aus mehreren Spaziergängen in der Stadt.
Als er einige Gläser des feurigen Weins getrunken hatte, kam er sich vor, wie ein Prinz in einem Feenpalast, auf dessen Gebot sich alle dienstbare Geister in Bewegung setzen man trug die leeren Schüsseln fort und brachte andre mit neuen Gerichten, und er fühlte sich in seinem Zimmer warm und behaglich, und der Wein machte, daß ihm das Blut leicht und hüpfend durch das Herz strömte. Er vergaß seine Situation gänzlich, und lebte im Sinnengenuß die glücklichsten Minuten. Die Wände tanzten in einer leichten Bewegung um ihn her er lachte und scherzte mit dem Markör, der nicht genug die kuriösen Einfälle des lustigen Herrn bewundern konnte.
Er trank jetzt mit einem langen Zuge das letzte Glas aus, und wankte die Treppe hinunter, um am schönen Abend noch einen Spaziergang zu machen. –
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... 673 x aufgerufen
Ein junger Mann trägt ein schwarzes T-Shirt mit türkischer Aufschrift in weiß und dem Facebookemblem. Seine Mitschüler fragen ihn, was der Schriftzug bedeute.
„Dein Gesicht auf …“ und dann verließen sie ihn. Er fragt seinen Kumpel. Sie diskutieren die Frage auf Türkisch, während die Fragenden geduldig auf die Übersetzung warten.
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In seinem Stück, das er durchlachte, schien keine einzige Pause zu sein, denn es war ein einziger Strom von jenen unartikulierten Tönen aus denen die Menschen nicht wissen, was sie machen sollen, und die sie Lachen betiteln. Es ist schwer zu berechnen, wie vielerlei Gedanken jetzt durch seinen Kopf gehen mochten aber als er ausgelacht hatte, setzte er sich ermüdet auf eine Bank, rieb sich die Hände, sah ganz froh und heiter die Gegend an, und da es gerade an dieser Stelle einsam war, genierte er sich nicht, sondern begann folgenden Monolog:So gesehen ist alles eitel.
»Gibt es in der ganzen Welt etwas Närrischers, als den sogenannten König der Welt, den Menschen? – Die seltsamste von allen Arabesken ist gerade in diesem bunten Gemälde des Lebens so angebracht, daß sie uns am meisten in die Augen fällt. – Ich komme hier mit der größten Zuversicht an, Rat zu werden, ich lache einen Menschen aus, von dem mein Glück abhängt, schütze mit kühnem Mute meinen Feind vor den Angriffen seiner Spötter, werde von diesem und vom Präsidenten verachtet, ich fühle meine Abhängigkeit – und doch gibt sich jetzt das Pferd und der Präsident meinetwegen die größte Mühe er hängt von meinem Blick ab, und ein bedenkliches, verächtliches Kopfschütteln hätte ihn ängstigen können. Dieser hagre Mensch philosophiert über die Eitelkeit, und ist eitel genug, dem Präsidenten nachzulaufen, um mit ihm zu sprechen, die Vorübergehenden verspotten den Zeitungsschreiber, und werden bei der nächsten Gelegenheit sich nicht anders nehmen, und ich selbst wäre jetzt wieder imstande, den Präsidenten den vortrefflichsten Reiter von der Welt zu nennen, um seine Gunst zu gewinnen, und an der nächsten Ecke liegt mein hoher Gönner vielleicht im Sande, weil er sich von einem vorübergehenden Dummkopf hat wollen bewundern lassen.«
Siegmund fing hier von neuem an zu lachen, und rückte auf seiner Bank unter heftigen Erschütterungen des Körpers hin und her.Siegmund hat sich wieder gefangen, das Finale naht.
»Meinetwegen«, fuhr er fort, »hat der Präsident heut sein Pferd satteln und die beste Decke auflegen lassen warum soll ich mich denn in einer demütigen Abhängigkeit fühlen? – Mir zu gefallen sind diese Herren und Damen so geputzt und festlich!«
Durch diese Philosophie bekam Siegmund seine gute Laune so ziemlich wieder. Da gerade Leute vorbeigingen, setzte er seine Gedanken stillschweigend fort, und war immer mehr überzeugt, daß die Menschen Narren sind.
Siegmund genoß nun des Spazierganges mit ziemlich heiterm Mute, er spottete in seinem Herzen über jedermann, den er sah, kein Gesicht und kein prächtiger Anzug setzte ihn in Verlegenheit.
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Alles machte ihn betrübt, er sah in die Straßen der Stadt hinein, und verachtete das Treiben und Drängen der Menschen recht herzlich. Die Glocken riefen die Leute vom Spaziergange zum Mittagsessen aber er hörte es nicht; der Wall ward nach und nach leer, doch er achtete nicht darauf, und befand sich in der Einsamkeit ungestörter und glücklicher. Es währte aber nicht lange, so kamen die Spaziergänger zurück ja ihre Anzahl war größer, als vormittags, die Damen waren noch geputzter und sahen ängstlich nach dem Himmel, ob die drohenden Herbstwolken näher ziehen und durch einen Regenguß ihren Anzug verderben würden. Aber die Sonne brach immer wieder mit neuer Wärme hervor, und der Spaziergang machte alle Gesichter froh und heiter.Nachdem sich dergestalt die Gesichter der Passanten aufgehellt hatten, naht auch schon das Schicksal in der, für einen Republikaner schönsten Gestalt.
Ein hagerer Mann gesellte sich durch einen Zufall zum melancholischen Siegmund; es war der Zeitungsschreiber des Orts, der gern allenthalben nach Neuigkeiten forschte. Dieser vaterländische Dichter hatte es aus dem Gesicht, dem Gange und der Kleidung Siegmunds herausgebracht, daß er ein Fremder sein müsse, er wollte daher einige Traditionen aus ihm herausziehn, um sie in Briefform mit andern Wendungen seinem Blatte einverleiben zu können. Siegmund war ziemlich einsilbig, seine Szene mit dem Präsidenten war für ihn jetzt die größte Weltbegebenheit, an diese dachte er unaufhörlich und war sehr gleichgültig für alle politischen Bemerkungen seines neuen Bekannten, der viele Sachen prophezeite und andre Prophezeiungen widerlegte.Wie es das Schicksal so will, reitet der Präsident vorbei.
Ein Pferd trabte hart an ihnen vorüber, und machte dann viele von den närrischen Gebärden, die den Tieren mit großer Mühe in den Schulen beigebracht werden, um nicht ganz geschickte Reiter bei irgendeiner schicklichen Gelegenheit in die Gefahr zu bringen, herunterzustürzen. Dies war auch hier der Fall; der Reiter wankte von einer Seite zur andern, und wollte doch auch nicht gern den edlen Paradeur in seinen schönen Figuren unterbrechen. Der Reiter war niemand anders, als der furchtbare Präsident. – »Sehn Sie«, sagte der Zeitungsschreiber heimlich, »den wunderbaren Mann an. Glauben Sie wohl, daß er sich bloß unsertwegen die Mühe gibt!«Und da eh schon alles Wurst ist:
»Unsertwegen?« unterbrach ihn Siegmund. »Nicht anders«, antwortete der hagere Mann; »dieser Herr bildet sich auf nichts in der Welt so viel ein, als auf seine Reitkunst, und bloß um sich von uns bewundern zu lassen, läuft er jetzt Gefahr den Hals zu brechen. – Sehn Sie, wir sehn ihn kaum mehr und er läßt die Streiche doch noch nicht.« – Der Präsident hatte sich indes eine ziemliche Strecke unter Traversieren entfernt. Das Pferd drängte sich etwas zurück, er geriet in die Zweige der Bäume und verlor in diesem Augenblicke einen sehr eleganten Hut. Kaum hatte der Zeitungsschreiber dies gesehn, als er schnell unsern Helden verließ, den Hut ehrerbietig dem gnädigen Herrn überreichte, und dadurch hinlänglich belohnt ward, daß der Präsident vor den Augen mehrerer Menschen eine Zeitlang mit ihm sprach, indem das Pferd wieder traversierte und der Zeitungsschreiber ebenfalls zu paradieren eifrigst bemüht war.
Wie gut, daß Siegmund zurückgeblieben war, denn er fing so laut an zu lachen, daß ihn ein alter Herr und eine ältliche Dame für verrückt erklärten, weil er so sehr alle Lebensart beiseite setze und auf einem öffentlichen Spaziergang lache.
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von Navene über den Dosso Spirano nach Malcesine
Fabio wachte früh auf, sein Schädel brummte von dem schlechten Wein zum Abendessen. Warum hatte er nur so viel getrunken? Richtig, Agneta war nicht gekommen. Er hatte in der Agentur angerufen, aber die wussten nur, dass sie mit Björn ‚um die Häuser gezogen‘ sei und dann hatte er es auf dem Handy probiert. Leider erreichte er nur die Mailbox. Er machte sich einen Kaffee und überlegte. Wo konnte sie sein? Bei Björn? Er rief Björn an, aber der war noch schwer betrunken und zudem allein. Wo konnte sie sein? Er trank seinen Kaffee aus und rief in der Agentur an, um sich krank zu melden. Heute arbeiten? Ach nein, besser nicht.
Er setzte sich in seine Werkstatt und nahm einige Holzstücke in die Hand. Pappel, sinnierte er, minderwertiges Holz, aber leicht zu bearbeiten. Was sollte er schnitzen? Eine Krippe? Das arbeiten an den Eseln hatte er immer gemocht, aber eigentlich war ihm nicht nach religiösen Motiven. Er nahm ein längeres Kantholz zur Hand und versuchte sich ein Bild von der sich herausschälenden Figur zu machen, manchmal zeigt einem ja das Holz den Weg.
Das Telefon klingelte.
„Pronto?“
Es war Agneta.
„Fabio, Lieber, ich komme nicht zurück, wollte ich dir nur sagen.“
„Agneta, was ist geschehen?“
„Ich habe mich verliebt.“
„In Björn?“
„Aber nein, Dummerchen, in Benny, seinen Stellvertreter. Wir gehen nach Australien.“
„Wie nach Australien?“
„Nun, das ist schwer zu erklären und eigentlich will ich es auch nicht erklären. Er ist die Liebe meines Lebens. Aber lass uns vernünftig sein. Könntest du die eine neue Wohnung suchen? Wenn wir zurückkommen, wollen wir zusammen ziehen.“
„Äh? Wie?“
„Na in einem halben Jahr ungefähr. Du machst das dann, Schatz?“
„Ja, nein, weiß nicht, aber …“
„Doch, doch, sei so lieb. Jetzt muss ich Schluss machen, der Flieger geht gleich. Tschühüss!“
„Äh? Tschüss!“
„Du träumst immer noch?“
„Ich spinne nur ein bisschen, so für mich.“
„Willst du es nicht erzählen?“
„Na ja, meine Phantasie ist nur etwas abgeglitten. Ich habe mir gerade eine wundersame Geschichte von einem Herrgottsschnitzer, den es nach Berlin verschlagen hat ausspintisiert und jetzt denke ich darüber nach, wie ich noch Elfen oder Trolle, Kobolde und Riesen unterbringe, und …“
„.. und Zwerge, Seeungeheuer, die aus dem Gardasee auftauchen und Touristen zum Abendbrot verschlingen?“
„Ein Ungeheuer, das Touristen verschlingt? Gute Idee, die Touristen, die belegte Brötchen mit Pommes essen, die Skaligerburg aus Kunststoff und Kochschürzen mit aufgedruckten nackten Damen kaufen?“
„Die sind sicher besonders lecker.“
Wir gingen weiter.
Fabio kratze sich am Kopf. Australien? Er nahm das Kantholz und schnitt es in fünf gleiche Teile. Er musste aufstoßen. Er holte sich ein Glas Wein. Australien, was will sie denn in Australien? Er nahm sich das erste Stück Holz vor. Zuerst die Proportionen anreißen, dann Arme und Beine, Messer wechseln, einen Schluck Wein und dann das Gesicht. Schön, aber etwas fleischig, na ja, warum nicht. Er schnitzte die Figur fertig und betrachtete sie mit Wohlwollen.
„Ich nenne dich Wommele, das passt zu deinem feisten Gesicht und dem ewigen Lächeln. Ein bisschen falsch sieht es aus, dein Lächeln. Wahrscheinlich wirst du alle lieben, die dir nützlich sein könnten.“
Er nahm das nächst Stück Holz und trank einen Schluck. Warum ist sie mit Benny durchgebrannt? Björn war doch hinter ihr her? Er riss die Konturen an und schnitze drauf los. Die zweite Figur war nicht so gelungen.
„Du siehst ein bisschen lahmarschig aus, ich werde dich Hinkel taufen.“ Ein Langweiler ist er, der Hinkel, dachte er, wer soll ihn ernst nehmen?
Er trank einen Schluck Wein. Sollte er morgen wieder in die Agentur gehen? Was sollte er den anderen sagen? Die nächste Figur geriet etwas füllig und erhielt einen krawalligen Ausdruck. Er musste wieder aufstoßen. ‚Hoffentlich vertrage ich den Wein‘, dachte er. Ach Agneta, was machst du für einen Unsinn und so erschuf er eine weibliche Figur.
„Irgendwie erinnerst du mich an den Wastl aus diesen seltsamen, deutschen Volksstücken, die sie im Fernsehen übertragen. Eine Wasteline aus Kienholz. Ich werde dich Kienastl rufen. Du sollst dich in den hässlichsten und arrogantesten Kerl verlieben, der aufzutreiben ist.“
Er musste kichern, nahm sich das nächste Holz und brabbelte weiter vor sich hin. Langsam geriet er in Rage. Was bildete sich diese Frau eigentlich ein, mit einem drittklassigen Werbefuzzi nach Australien und ihn einfach sitzen lassen? Er musste wieder aufstoßen, dabei verrutschte ihm das Schnitzmesser und die Oberlippe der Figur erhielt einen tiefen Ratscher. Er hielt sie vor sich.
„Eine Schönheit bist du ja nicht geworden.“
Neben der Schnitzbank lag ein altes Stück Filz mit dem er sonst den überschüssigen Leim von den Figuren wischte. Er schnitt einen schmalen Streifen davon ab und klebte ihn über die missglückte Oberlippe.
„So wird es gehen, Sarri, so muss es gehen.“
Er nahm sich vor bei der nächsten Figur aufzupassen und nicht wieder eine Kerbe an unpassender Stelle einzuritzen. Konzentriert arbeitete er und – in der Tat – die Figur hatte keinen Fehler. Alle Proportionen stimmten, nicht zu dick und nicht zu dünn.
„Perfekt bist du geworden.“ Er sah die Figur an.
„Man könnte auch sagen aalglatt, Bürschlein.“ Er sah sie nochmals an.
„Irgendetwas stimmt nicht mit dir. Dein Name soll Wolfander sein.“
Sein Aufstoßen wurde immer schlimmer, lieber noch einen Schluck Wein und weil er so gut schmeckte und ihm half, nicht an Agneta zu denken, trank er noch einen Schluck. Er geriet in heitere Stimmung und schnitze drauf los. Immer schneller schnitze er und schon nach einigen Minuten war er fertig.
„Au weh, ich hätte doch vorher anreißen sollen. Zu klein, zu dick bist du geraten.“ Er sah ihn genauer an.
„Du bist der dümmste von allen, da hilft nichts. Du sollst von aller Welt Lindul genannt werden.“
Erschöpft hielt er inne.
„Man sollte nicht schon am Vormittag so viel Wein trinken.“
Dieses Aufstoßen war unangenehm, vielleicht sollte er sich etwas hinlegen? Ach Quatsch. Er holte sich eine weitere Flasche. Agneta ist ein Miststück. Er wird sie verfluchen, genau, schließlich hatte er von seinem Großvater die dunklen Künste erlernt. Psst, das darf niemand wissen. Weil … Urps, dieses Aufstoßen, ekelhaft. Ich werde es Agneta zeigen, genau, ich schnitze mir Dämonen und lasse Agneta von ihnen um den Erdball jagen. Oder besser noch, ich nehme gleich die fünf hier, sie sind so gut wie richtige Dämonen. Urps, lästig dieses Aufstoßen, aber egal.
Er trank noch einen Schluck, sprach die von alters her vorgeschriebenen Formeln, vollführte auch allerlei dazu gehörigen Gesten, trank ab und zu einen Schluck und nach dem ihm die dunklen Mächte beigestanden hatten, zwinkerten ihm die phantastischen Fünf ins Gesicht.
„Komm Alter, trink noch einen Schluck und dann ruhst du dich aus, während wir Wache halten und deinen Schlaf segnen.“ sprach Kienastl.
„Genau, Schlaf und Erholung werden dir gut tun.“ sagte Wolfander und die anderen stimmten mit ein. So kam es, dass sich unser braver Herrgottsschnitzer zur Ruhe begab, obwohl es doch erst elf Uhr geschlagen hatte.
Auf den Schlaf ihres Schöpfers hatten die Fünf nur gewartet und so schüttelten sie sich die Hand und zogen fröhlich in die Welt hinaus, ihr Glück zu machen. In der Stube waberten und wrasten die dunklen Mächte von Wand zu Wand und konnten den Gehorsam der Puppen doch nicht erzwingen, den ihre Macht beschränkte sich auf die Lebenden, denen sie Beistand oder Verderbnis bringen.
Als Fabio nach kurzem, erholsamem Schlaf wieder erwachte, trat er in seine Stube und sah, dass seine Geschöpfe entflohen waren und
„Wehe euch, ihr Undankbaren,“ sprach er und die dunklen Mächte nahmen seine Worte begierig auf, „ihr sollt verflucht sein für alle Zeiten!“
Er suchte nach der Flasche.
Wir traten aus dem Wald.
„Hei, mein Schöner. Gehen wir noch ein Eis essen?“
„Klar, warum nicht. Unten am Hafen?“
„Kar und dann gehen wir einkaufen und kochen uns etwas Schönes.“
„Nudeln mit Steinpilzen?“
„Zum Beispiel.“
Wir gingen weiter, Olivenhaine säumten jetzt den Weg, der Verkehr nahm zu und die Stadt wurde sichtbar. Na ja, irgendwann, dachte ich, spinne ich die Geschichte zu Ende, wenn mir ein schönes Ende einfällt.
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Auf der Straße sah sich Siegmund ein paarmal um, um frische Luft zu schöpfen; er betrachtete die Vorübergehenden genau, um das Gesicht des Präsidenten in seinem Gedächtnisse zu verwischen; aber dieses stand mit allen seinen kalten und verhöhnenden Zügen wie angenagelt in seiner Phantasie da. Er ging in die erste Straße hinein, um nur das vornehme Haus aus den Augen zu verlieren, das ihm gleich beim ersten Anblick von so übler Vorbedeutung gewesen war. Es kam ihm vor, als wenn ihn alle Menschen höhnisch betrachteten, als wenn seine ganze Unterredung mit dem Präsidenten auf seiner Stirn geschrieben stehe.Aber nicht nur, dass er sich als gezeichnet empfindet, die ganze Stadt hat sich in seiner Wahrnehmung verändert.
Wie anders erschienen ihm alle Straßen jetzt, als gestern abends! Das Gewühl der Menschen, die Kaufläden, die Tätigkeit, alles schlug ihn nieder, denn alles war ein Bild des Erwerbes, des Strebens nach Wohlstand; eine Vorstellung, die ihm gestern abend so wohlgetan hatte, und die ihm jetzt verhaßt war. – Wie tief war er in seinen Ideen seit einer Stunde gesunken!Was mag es ihm bringen, sein Schicksal?
Wenn ein Mensch in einer großen Verlegenheit ist, geht er gewöhnlich sehr schnell, er will allen unangenehmen Gedanken vorübereilen nach einem Moment der Ruhe und Zufriedenheit hin, der boshaft mit jedem seiner Schritte wieder einen Schritt voranläuft. Siegmund stieß an manche Lastträger, die ihm ihre Flüche nachschickten; Kutscher schimpften von ihrem Bocke herunter, weil er ihnen zwischen die Pferde lief, eine alte Frau fing ein jämmerliches Geheul an, weil er ihr einige Töpfe zerbrochen hatte, die er in der zerstreuten Eil mit dem sechsfachen Preise bezahlte. – Er ward des Getöses überdrüssig, und bestieg jetzt langsam, um sich wieder zu erholen, den Wall der Stadt.
Siegmund ward sehr verdrüßlich, als er auch hier die gehoffte Ruhe und Einsamkeit nicht fand. Geputzte Herren und Damen schritten vorbei, um gesehn zu werden. Männer gingen laut disputierend vorüber – kein einziger Spaziergänger, der sein Auge an der schönen Natur erquickt hätte, und auch Siegmund tat es nicht, denn er überlegte bei sich sein künftiges Schicksal.
»O hätte ich nur meine gestrigen Empfindungen zurück!« und lehnte sich an einen Baum. – »Ich Tor! daß ich mich gestern des Kleinen so lebhaft annahm, und mir mein Genius nicht zuflüsterte, daß ich für meinen ärgsten Feind die Waffen ergreife! – Was soll ich nun anfangen? – dem General meine Verlegenheit melden? – Er ist froh, daß er sich seiner Verbindlichkeiten gegen mich entledigt hat. – Eine andre Stelle suchen? – Aber welche?« –
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von Navene über den Dosso Spirano nach Malcesine
Phantasie über den Herrgottsschnitzer von Heiligensee
San Michele lag etwas miesepetrig im Regen, ein Huhn empörte sich über eine Kellerassel und der Hund des Bildhauers öffnete ein Auge, um Fabio di Accoglienza auf dem Nachhauseweg zu beobachten. ‘Mistwetter’, dachte er bei sich. ‘Man sollte eigentlich nicht aus dem Haus gehen.’ Aus so einem Wetter kann kein Glück erwachsen.
“Scusi, Signore, äh? … Äh, also …”
“Sie können auch Deutsch mit mir reden, kein Problem.”
„Ach wissen sie, ich mach gerade hier in Italien einen Italienischkurs und da dachte ich, also .., na ja ich bin erst in der zweiten Stunde, wissen sie?“
„Aber das macht doch nichts, Signora, jeder fängt klein an. Sie haben übrigens eine sehr schöne Aussprache.“
„Danke, vielen Dank, molto grazie, das ist sehr freundlich.“
Unversehens öffnete sich der Wald. Zeit für eine kleine Rast, einige Schlucke Wasser und einen Keks.
„Wenn man häufiger den See und die Berge sehen könnte, wäre es noch schöner.“
„Ja. Aber anscheinend haben sie ihr Naturschutzgebiet nicht nach den Interessen der Wanderer ausgerichtet. Schade eigentlich, der Blick ist phantastisch.“

Zeit weiter zu gehen. Die Wanderung war mit ca. 4,5 Stunden beschrieben und wenn wir auf dem Rückweg nicht auf einen Bus warten und direkt die zwei Stunden weiter bis Malcesine laufen wollten, mussten wir uns etwas ranhalten. Wir gingen wieder in den Wald.
Fabio litt. Er litt ungeheuer. Wie hatte es nur so weit kommen können? Wie war er in dieser Werbeagentur am Rande der großen Stadt gelandet?
‚Fabio, du bist ein Idiot, statt auf ihre Brüste zu gucken, hättest du besser überlegt, was du hier eigentlich machen willst. Eis verkaufen, wie Vater?‘ dachte er bei sich.
Sein Vater war in den 50er Jahren nach Deutschland gekommen und hatte im Straßenbau gearbeitet. Man konnte damals gutes Geld verdienen im Straßenbau, na ja zumindest mehr als mit dem Schnitzen von Heiligenfiguren. Nach einigen Jahren hatte er genug davon und eröffnete mit einem Kollegen eine Eisdiele. Das war eine schöne Zeit gewesen. Im Sommer arbeiten und im Winter zuhause. Als Kind war er oft den Sommer über mit dem Vater und der Mutter in Deutschland gewesen, dann aber musste er in die Schule und die Sommer verbrachte er bei der Großmutter. Nach einigen Jahren waren die Eltern zurückgekommen, hatten sich in San Michele das Häuschen gebaut und Vater hatte wieder zu schnitzen angefangen und er, Fabio, hatte es von seinem Vater gelernt. ‚Schnitzen hat Zukunft. Die deutschen Touristen kaufen Handarbeiten wie die Blöden und achten nicht aufs Geld. Davon kannst du reich werden.‘ hatte sein Vater gesagt und er sollte recht behalten. Und dann war diese Deutsche mit ihren drei Brocken Italienisch aufgetaucht und jetzt war er hier, in diesem komischen Großstadtdorf Heiligensee. Zuerst hatte er es mit Schnitzereien versucht, aber was sich in den Alpen von selbst verkauft, wollte hier niemand haben. Der Herrgottsschnitzer von Heilgensee stand in der Zeitung. Zum glotzen sind sie alle gekommen, gekauft hat niemand etwas. Jetzt saß er in dieser Werbeagentur und dachte sich Reime auf ein großes Erlebnisbad im Süden der Stadt aus. Dabei hatte er noch Glück gehabt in der Agentur, in der auch seine Agneta arbeitete, unterzukommen. Agneta, nach dieser Sängerin aus den 70er Jahren. Ihre Eltern hatte die Sängerin sehr verehrt. Er hatte von Werbung keine Ahnung und er hasste die Werbung. Aufgrund seines Talentes hatte er die Stelle auf jeden Fall nicht bekommen, sondern weil der Chef Björn hieß und scharf auf Agneta war. Na egal, Stelle ist Stelle, auch wenn er das tägliche Anbaggern seiner Agneta nicht leiden konnte.
Für heute hatte er auf jeden Fall genug. Er räumte seinen Schreibtisch auf, stellte den Stuhl an den Tisch und machte sich auf den Weg nach Hause. Die Blicke seiner Kollegen bohrten sich in seinen Rücken, pünktlich die Agentur zu verlassen, galt als Verrat. Fabio war das wurstegal. Er besorgte noch etwas Gemüse, Wein, Brot und Speck für das Abendessen und schlenderte gemütlich nach Hause.
Ein kleines Tal lässt einen weiteren Blick zu, der Wald etwas lichter und hundert Schritte entfernt das Forsthaus am Dosso Spirano. Große Pause.

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Der Präsident machte ihm eine nachlässige Verbeugung, und der kleine Bellmann trat wieder aus dem Zimmer des Präsidenten; der Beschützer zog sich zurück, und der kleine Mann begleitete unsern Helden bis an die Treppe. Siegmund machte den Versuch, diesem wieder wie gestern zu imponieren; aber alle seine Kunst war vergebens, der kleine Mann kannte jetzt das Verhältnis, in welchem sie beide standen, und war fast ebenso unhöflich als der Präsident selbst. Er bot ihm ein kaltes Lebewohl, und ging dann hochmütig wieder in die Tür zurück.Jetzt muss die Erzählung bzw. der Leser zunächst etwas Luft holen.
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