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„Es muß was Schöns seyn um die Tugend“ IV
g. | Montag, 2. April 2012, 06:41 | Themenbereich: 'Notate und Anmerkungen'
Uebung in den drei christlichen Tugenden
Ich glaube, daß die Kirch' allein
Der Seelen hat zu walten,
Daß nur in ihrem lichten Schrein
Der Wahrheit Gut enthalten.
Ich glaube, daß die Priester, die
Sie an den Feind verraten,
Von Gott verworfen dort und hie
Als schnöde Apostaten.
Ich glaube, daß ein Sakrament,
Von solcher Hand bescheret,
Wie Glut des Höllenpfuhles brennt,
In Fluch den Segen kehret.
Ich glaub', daß es ein heil'ger Krieg
In dem wir jetzo streiten,
Und daß uns auf dem Weg zum Sieg
Voran die Engel schreiten.
Ich hoffe, daß der Tag nicht fern,
Der alles Unheil wendet!
Der Tag, an dem die Hand des Herrn
Das große Werk vollendet.
Ich hoffe, daß das Königskind,
Jetzt zu Paris gefangen,
(Betty Paoli)
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Über Nationalpsychologie und Nationalpädagogik
g. | Freitag, 30. März 2012, 05:54 | Themenbereich: 'so dies und das'
Die Armut kommt von der Poverté und die Poverté kommt von der Armut; da bleibt kein Platz für schichtenspezifisches Denken, mal abgeshen davon, dass einem Tugendhirten sowieso nichts dazu einfallen könnte.
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Solange
g. | Donnerstag, 29. März 2012, 06:45 | Themenbereich: 'so dies und das'
ich nicht mindestens einen Meter heruntergelesen habe, darf nix mehr hinzugekauft werden.
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Schnipsel
g. | Mittwoch, 28. März 2012, 06:30 | Themenbereich: 'so dies und das'
Manchmal lese, sehe oder höre ich irgendwo etwas und es fällt mir dazu etwas mehr oder weniger Komisches oder Kluges ein, das schreibe ich dann auf:
- „Entercode mit Alles“ wollte der Mensch vor mir in der Kantine essen.
- Statt an einem sonnigen Morgen könnte man einen Roman auch mal an einem sonstigen Morgen beginnen lassen.
- Wenn man Postgender im Netz sucht, stößt man auf einen Haufen Piratengequatsche (pro&contra), gelegentlich auf eine Definition, was denn Postgender sein soll und einiges zum Postgender Look. Wahrscheinlich lässt sich dazu auch nicht mehr sagen.
- Sheldon heißt übrigens der Zwangsneurotiker, den ich letztens beim zappen gefunden habe. Eher so mittellustig.
- Die Welt ist bunt und vielgestaltig: Neben Männern, die Männer begehren und Männer sind, neben Männern die Frauen begehren und Männer sind, neben Frauen, die Frauen begehren und Frauen sind und Frauen, die Männer begehren und Frauen sind, gibt es noch Männer die Frauen sind sowie Frauen, die Männer sind und beide können sowohl Männer wie Frauen begehren. Und dann noch jede Menge Spielarten dazwischen und daneben. Sex, Gender und Desire oder Geschlecht, Rolle und Begehren sind in allen denkbaren Varianten und Mischungen auf dieser Welt vorhanden. Dies muss man eigentlich nur zur Kenntnis nehmen und akzeptieren. Um Männlein und Weiblein geht es dabei allerdings auch immer. (Und dann gibt es noch die ganze Palette der sexuellen Gepflogenheiten. Da geht es dann nicht nur um Männlein und Weiblein.)
- Forever young! = Ein Leben lang dusslig!
- Wenn jemand in diesem Internet seinen Illtum nicht sofort einsieht, muss man ihn vierteilen, köpfen und dann auf heiße Stangen spießen oder eben beschimpfen. Das geht natürlich auch.
- „Freiheit“ liegt in den Bestseller-Listen gleich hinter dem Alzheimer-Buch von Rudi Assauer. Wenn das mal kein Menetekel ist! (mit Dank an Georg Seßlen)
- „Man muss reisen, um die Welt, die einem die Medien genommen haben, wiederzugewinnen. Kein Land der Welt haben sie einem so gründlich genommen wie Kuba, zwischen Weltspiegel und Buena Vista Social Club.“ (Georg Seßlen) Ja! Man könnte heulen.
- gebutlerter Identitätskitsch
- Man muss nicht jede stinkende Socke aufessen, die einem in die Fresse gedrückt wird.
- Es hat auch was von Pseudometaphysik
- Das Unsichtbarmachen von Widersprüchen als politisches Programm.
- Beim Stichwort Performanz krieg ich zunehmend Schweißausbrüche.
- „Schreib alles auf“ meinte Jean Paul mal in einem seiner Sudelbücher. Dann könnte man an dieses ganze Gedöns mal einen Knopf dranmachen. Damit wär es für einige Zeit dann auch gut. Man müsste dann allerdings genug Zeit dazu finden.
- Wie hieß das damals so schön: „Wer zweimal mit demselben pennt, gehört schon zum Establishment.“ So ähnlich war das, nicht?
- Mit dem Provinzpastor kann das noch peinlich werden.
- Deutscher ist man, ob es einem passt oder nicht.
- Mir fallen eine Menge Gründe ein, warum man FDP, SPD, CDU oder die Linke nicht wählen will, aber keiner, warum man die Piraten wählen sollte.
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„Es muß was Schöns seyn um die Tugend“ III
g. | Dienstag, 27. März 2012, 06:51 | Themenbereich: 'Notate und Anmerkungen'
Uber die unverletzliche Tugend
Das Vnglück endlich kan an Tugend mich nicht irren.
Es mundert sie vielmehr / bläst ihre Funken auf /
und bringt des Muhtes Hängst in dapffern Helden-Lauff.
wann es mir Tugend mehrt / so kan ich nichts verliehren.
Wann auf das äusserst auch die Sachen sich verwirren /
Saturnus / Mars / Mercur / selbst fallen über Hauff:
So spring' ich unverzagt mit freyen Füssen drauf.
Ihr Widerstand muß mir mein Siegs-Pracht erst recht zieren.
Bleibt GOtt allein mein Trost; so sey der Erden Trutz /
und allem Vngelück / mich wenigst zu verletzen!
weil sie die Fersen sticht / beginnt mich zu ergötzen
die Himmlisch Nectar Brust: und schweb in seinem Schutz.
muß ich schon alle Lust und Erden-Glück aufgeben.
so bleibt mir Tugend doch noch länger als mein Leben.
( Catharina Regina von Greiffenberg : Geistliche Sonnette, Lieder und Gedichte)
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Der Anus Praeter in der S-Bahn
g. | Montag, 26. März 2012, 07:07 | Themenbereich: 'Begegnungen'
Ich sitze, noch immer etwas angeschnupft, in der Bahn und bin froh, dass der Arbeitstag vorüber ist. Die Zeitung weiterlesen? Mal sehen: Joachim Gauck mit großer Mehrheit zum 11. ..., Carsten Maschmeyer zum Bundesverdie …, Neuer Intendant …, ach nee. Dann lieber Träumen, an die Liebste denken…
Lüngellüngellüngel
„Ja?“
…
„Ach, hallo Gerda, nein ich bin gerade Jannowitzbrücke … Na, so in etwa einer halben Stunde … nein, Ersatzverkehr ist nur am Wochenende … Nein!“
…
„Wer? … Nein ich weiß schon wie die Nachbarin heißt, wer den Anus Praeter kriegen soll, wollte ich wissen? Der K. aus der 52, in der S-Straße? Interessant.“
…
Interessant, der K. aus der S-Straße Nr. 52 in Hohenschönhausen*, der bekommt also einen Anus Praeter. Nicht dass ich den K. aus der S-Straße kennen würde, aber man nimmt ja Anteil am Schicksal seiner Mitmenschen, vor allem wenn man nicht weghören kann. Ob jetzt allerdings der K. aus der S-Straße Nr. 52 in Hohenschönhausen möchte, dass seine Krankheiten in der Bahn ausgebreitet werden? Oder seine Frau oder seine Kinder? Na, jetzt weiß ich Bescheid.
„Oh Mann, das ist ja eklig. Es wird dann tatsächlich neben dem Bauchnabel ein zusätzliches Loch gemacht, wo dann die Scheiße in einen Beutel quillt?“
Das schien der Fall zu sein, denn der Mann kratzte sich am Kopf und konnte sich nicht mehr beruhigen vor Verwunderung und Schrecken. Nun hatte ich ja vor langer Zeit einen Teil meines Zivildienstes auch auf der Allgemeinchirurgie verbracht und wusste von was die Rede ist, (Ist übrigens weder sonderlich schrecklich noch besonders ekelhaft) aber vielleicht sollte er solche Themen eher am Abendbrottisch ventilieren?
„Und wie lange bleibt das Ding da hängen?“
Kommt drauf an, hätte ich ihm sagen können, wenn mir die sensationsheischende Art der Befragung der Gattin nicht langsam auf die Nerven gegangen wäre.
„Acht Wochen?“
Ein anderer Mitreisender meldete sich zu Wort: „Anus Praeter ist ein weitgehend überholtes Behandlungskonzept.“
Der Laberfürst am Telefon sah ihn fragend an.
„Ich bin Medizinstudent. Mit minimal-invasiver Chirurgie erzielt man schonendere und meist bessere Ergebnisse.“
„Wie heißt das?
„minimal-invasive Chirurgie“
„Hörst du, Gerda? Der Medizinstudent sagt, das wäre überholt, der K. muss das nicht machen. Sach das mal der F., seiner Frau, damit die dem nicht einfach so den Bauch aufschneiden.“
Ich sagte dann nur knapp: „Vielleicht sollten Sie die Beratung über die Behandlung einem Arzt überlassen.“
Und dann musste ich raus.
* bevor jemand anfängt zu forschen: Abkürzungen und Stadtteil sind natürlich geändert.
Lüngellüngellüngel
„Ja?“
…
„Ach, hallo Gerda, nein ich bin gerade Jannowitzbrücke … Na, so in etwa einer halben Stunde … nein, Ersatzverkehr ist nur am Wochenende … Nein!“
…
„Wer? … Nein ich weiß schon wie die Nachbarin heißt, wer den Anus Praeter kriegen soll, wollte ich wissen? Der K. aus der 52, in der S-Straße? Interessant.“
…
Interessant, der K. aus der S-Straße Nr. 52 in Hohenschönhausen*, der bekommt also einen Anus Praeter. Nicht dass ich den K. aus der S-Straße kennen würde, aber man nimmt ja Anteil am Schicksal seiner Mitmenschen, vor allem wenn man nicht weghören kann. Ob jetzt allerdings der K. aus der S-Straße Nr. 52 in Hohenschönhausen möchte, dass seine Krankheiten in der Bahn ausgebreitet werden? Oder seine Frau oder seine Kinder? Na, jetzt weiß ich Bescheid.
„Oh Mann, das ist ja eklig. Es wird dann tatsächlich neben dem Bauchnabel ein zusätzliches Loch gemacht, wo dann die Scheiße in einen Beutel quillt?“
Das schien der Fall zu sein, denn der Mann kratzte sich am Kopf und konnte sich nicht mehr beruhigen vor Verwunderung und Schrecken. Nun hatte ich ja vor langer Zeit einen Teil meines Zivildienstes auch auf der Allgemeinchirurgie verbracht und wusste von was die Rede ist, (Ist übrigens weder sonderlich schrecklich noch besonders ekelhaft) aber vielleicht sollte er solche Themen eher am Abendbrottisch ventilieren?
„Und wie lange bleibt das Ding da hängen?“
Kommt drauf an, hätte ich ihm sagen können, wenn mir die sensationsheischende Art der Befragung der Gattin nicht langsam auf die Nerven gegangen wäre.
„Acht Wochen?“
Ein anderer Mitreisender meldete sich zu Wort: „Anus Praeter ist ein weitgehend überholtes Behandlungskonzept.“
Der Laberfürst am Telefon sah ihn fragend an.
„Ich bin Medizinstudent. Mit minimal-invasiver Chirurgie erzielt man schonendere und meist bessere Ergebnisse.“
„Wie heißt das?
„minimal-invasive Chirurgie“
„Hörst du, Gerda? Der Medizinstudent sagt, das wäre überholt, der K. muss das nicht machen. Sach das mal der F., seiner Frau, damit die dem nicht einfach so den Bauch aufschneiden.“
Ich sagte dann nur knapp: „Vielleicht sollten Sie die Beratung über die Behandlung einem Arzt überlassen.“
Und dann musste ich raus.
* bevor jemand anfängt zu forschen: Abkürzungen und Stadtteil sind natürlich geändert.
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Fundstücke 9. bis 12. KW
g. | Freitag, 23. März 2012, 05:28 | Themenbereich: 'Fundstuecke'
Hintergründe und Sichtweisen:
Riots, die krisenbedingte soziale Implosion in GB
Arbeitsmarktstatistik
Jan Michael Kotowski über kollektive Identitäten in den USA
Die bizarre Gedankenwelt der Neoliberalen:„… solange uns das Privateigentum heilig bleibt.“
Jörg Baberowski über sein Buch "Verbrannte Erde - Stalins Herrschaft der Gewalt".(mit Widerspruch zu Zygmunt Bauman Thesen, die Joachim Gauck so beeindruckt haben)
Juden, Muslime und Christen gründen in Berlin einen gemeinsamen Verein
Grundlagen zur aktuellen Auseinandersetzung um Urheberrecht und Leistungsschutzrecht (mehr als lesenswert)
Wolfgang Michal: Kleine Anfrage an die Kritiker des geistigen Eigentums
Vor 200 Jahren trat das preußische Emanzipationsedikt in Kraft
Die Entwicklung der Gefangenzahlen in den USA
Transsexualität
Wer erinnert sich noch an Kiesinger?»Der Fall K« von Beate Klarsfeld aus dem Jahre 1968
Die offene Gesellschaft und das Erbe der DDR
Rezension einer Studie über Vertreibungen nach 1945
Gaucks verzerrtes Geschichtsbild
Nicht erst seit Sarrazin ist die Debatte über Identität und Intelligenz auf den Hund gekommen. Anmerkungen zum Stand der Forschung
Michael Zander über die Nähe der SPD zur Neuen Rechten
kluges und interessantes:
Zu Besuch beim Soziologen Wilhelm Heitmeyer
Joachim Gauck: Freiheit
Robert Misik über Antonio Gramsci: Gefängnishefte Die Paperback-Ausgabe erscheint im Mai 2012
„Der Zusammenhang von persönlicher Neurose, Karriereplanung und Diskurs-Mainstreaming ist nicht besonders gut erforscht.“ (aus persönlicher Erfahrung könnte ich noch hinzufügen, dass Frau Küppers Schwierigkeiten hat, sich einfache Sachverhalte zu merken)
„Wer nicht Salsa tanzt, keine Zigarren raucht und keinen Rum trinkt, der ist wahrscheinlich schon tot und hat es nur noch nicht gemerkt.“
LESEZEIT FÜR KANNIBALINNEN
Genderforschung aus der Sicht eines Naturwissenschaftlers
Zu Literatur
„Literatur verliert einen beträchtlichen Teil ihres Wirkungspotenzials, wenn sie nur als verpflichtungsloses Spiel der Einbildungskraft aufgefasst wird.“ (Zu Kracht)
Hazel Rosenstrauch über Walter Boehlich
David Mamets Drama "Race"
Volker Brauns Hinze-Kunze-Roman
amüsantes:
„Das Netzwerk erlaubt mir eine mechanisierte, seelenlose Abwicklung meines Soziallebens ohne störende Emotionen oder körperliche Nähe“ (Leo Fischer)
Christian Y. Schmidt über Plastikficusci und wilden Wein aus Kunststoff
Das Pissflitschensyndrom (mit Dank an mark793)
ein Mozilla add-on, dass das Binnen-I automatisch ersetzt aus der Reihe: dämlich&lustig
Wichtig (mit Dank an Stephan Schleim)
Juden-Hotline als 190-Service
Ein Interview mit Peter Kraus „In Berlin waren die Mädels kesser“
Die mitreißendsten Gauck-Zitate
so dies und das:
Kleine Sprachgeschichte: Oberlausitzisch
Singing Penis
Der Verwaltungsaufbau im Vatikan
Piraten leiden unter Feminismus-Paranoia
kluges und interessantes:
Zu Literatur
amüsantes:
so dies und das:
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Adam erhält eine Gefährtin
g. | Donnerstag, 22. März 2012, 05:32 | Themenbereich: 'so dies und das'
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Eine gescheiterte Liebe III
g. | Mittwoch, 21. März 2012, 05:33 | Themenbereich: 'so dies und das'
Er blickte von seinem blauen Buch auf und lies die gelesenen Worte auf sich wirken:
Sie war unruhig. Sie hatte das Referat für die Schule vergessen und da eine Nachfrist nicht vorgesehen war, las sie jede zweite Seite kurz an, um wenigstens ungefähr mitzubekommen, um was es in dem Roman eigentlich ging. Buddhismus und so ein Kram. Sie zog ihren Collegeblock aus der Tasche und begann hektisch Notizen zu machen. Es blieben ihr noch 15 Minuten Bahnfahrt und drei oder vier Minuten, bis der Deutschlehrer in die Klasse kommen würde. Vorher musste sie noch allen das Versprechen abnehmen, keine Fragen zu stellen. Oder nur Fragen, die jeder ohne Kenntnis des Romans, beantworten kann. Ob sie noch andere Romane des Autors gelesen hätte. So einen Scheiß eben.
‚Sieht gar nicht schlecht aus, der Typ, gegenüber.‘ Dann bemerkte sie, dass er den gleichen Roman vor sich liegen hatte. ‚Soll ich ihm eine kurze Zusammenfassung aus dem Kreuz leiern?‘ Sie runzelte die Stirn. ‚Er liest den Roman freiwillig? Warum sitzt er völlig regungslos da?‘ Sie machte sich weiter Notizen.
‚Das lassen wir mal lieber!‘ dachten sie.
„In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist mit dem Fluß des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig.“So müsste es sein, frei von Not und Zweifel, dachte er bei sich. Da bemerkte er, dass die schöne Frau auf der Sitzbank gegenüber das gleiche Buch in der Hand hielt und las. Ob sie genauso beeindruckt war? Er rieb sich die Nase mit dem Zeigefinger und lächelte, als sie für einen Moment aufsah und ihren Blick über die Passagiere wandern lies.
Sie war unruhig. Sie hatte das Referat für die Schule vergessen und da eine Nachfrist nicht vorgesehen war, las sie jede zweite Seite kurz an, um wenigstens ungefähr mitzubekommen, um was es in dem Roman eigentlich ging. Buddhismus und so ein Kram. Sie zog ihren Collegeblock aus der Tasche und begann hektisch Notizen zu machen. Es blieben ihr noch 15 Minuten Bahnfahrt und drei oder vier Minuten, bis der Deutschlehrer in die Klasse kommen würde. Vorher musste sie noch allen das Versprechen abnehmen, keine Fragen zu stellen. Oder nur Fragen, die jeder ohne Kenntnis des Romans, beantworten kann. Ob sie noch andere Romane des Autors gelesen hätte. So einen Scheiß eben.
‚Sieht gar nicht schlecht aus, der Typ, gegenüber.‘ Dann bemerkte sie, dass er den gleichen Roman vor sich liegen hatte. ‚Soll ich ihm eine kurze Zusammenfassung aus dem Kreuz leiern?‘ Sie runzelte die Stirn. ‚Er liest den Roman freiwillig? Warum sitzt er völlig regungslos da?‘ Sie machte sich weiter Notizen.
‚Das lassen wir mal lieber!‘ dachten sie.
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Eine gescheiterte Liebe II
g. | Dienstag, 20. März 2012, 04:59 | Themenbereich: 'so dies und das'
Er sah sie an, rieb sich mit dem Zeigefinder die Nase und war unschlüssig. Sie musterte ihn kritisch, obwohl er interessiert gelächelt hatte. Er hatte etwas, wie könnte man es nennen? phlegmatisches. Sie ist hektisch, dachte er bei sich, ihr fehlt die innere Ruhe.
‚Das lassen wir mal lieber!‘ dachten sie.
‚Das lassen wir mal lieber!‘ dachten sie.
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Eine gescheiterte Liebe I
g. | Montag, 19. März 2012, 05:44 | Themenbereich: 'so dies und das'
Er sah sie an. Sie sah ihn an.
‘Das lassen wir mal lieber!‘ dachten sie.
‘Das lassen wir mal lieber!‘ dachten sie.
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Ich fühl mich nicht
g. | Mittwoch, 7. März 2012, 06:25 | Themenbereich: 'so dies und das'
und lege mich daher für den Rest der Woche mit Kamillenblüten, Pinimentol und noch ein paar anderen Mittelchen ins Bett.
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Über Lampen und Ampeln
g. | Dienstag, 6. März 2012, 05:36 | Themenbereich: 'Begegnungen'
Wir drei stehen im Türsturz und diskutieren so vor uns hin. Da klingelt das Handy des Kollegen. Er geht Richtung Fenster, um den Empfang zu verbessern und übersieht im Eifer des Telefonierens die Stehlampe mit dem raumgreifenden Schirm. Boing!
Einer so: „Die Lampe ist groß und leuchtet. Eigentlich kann man sie nicht übersehen.“
Der Andere so: „Bei Ampeln ist das genauso.“
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„Es muß was Schöns seyn um die Tugend“ II
g. | Montag, 5. März 2012, 05:06 | Themenbereich: 'Notate und Anmerkungen'
Ziffel meint:
„Ich habe mir gelegentlich ein paar Tugenden angeschafft, für den Privatgebrauch, nichts Hervorragendes oder Teures, alles zum Verschleiß.“
(B. Brecht Flüchtlingsgespräche Werkausgabe ES Bd. 14, S. 1422)
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