Wenn der eine Esel den anderen Langohr schimpft
Zu Harald Eias Vorführen von blasierten Geschlechterforschern Teil 3
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g. | Freitag, 18. Januar 2013, 05:55 | Themenbereich: 'Notate und Anmerkungen'
Bei der ‚Evolutionsbiologie‘ (gegen Evolutionsbiologie ist ja nichts einzuwenden) werde ich misstrauisch und die Versimplifizierung von Darwin stößt mir ja sofort unangenehm auf, schließlich gibt es im Tierreich eine Fülle von physischen Merkmalen und Verhaltensweisen, die evolutionsbiologisch ziemlich sinnlos bzw. beliebig sind. Vielleicht sollte man mehr Wert auf die vielfältigen Interaktionen zwischen ‚körperlichen‘ und ‚sozialen‘ Faktoren legen.
Die Borniertheit einer Aussage: „Ich habe eine theoretische Grundlage. Da ist kein Platz für Biologie.“ ist natürlich frappierend. Nur kommt man eben ohne theoretische Grundlage auch nicht aus.
Bei Alles Evolution gibt es die vollständige Fassung (allerdings mit englischen statt deutschen Untertiteln)
Problematisch sind – ebenso wie bei den „stramm soziologisch“ ausgerichteten Ansätzen – die Vorannahmen.
So sehr ich das Vorführen der Borniertheit skandinavischer sozialpflegerischer Denkgewohnheiten gerechtfertigt finde, ein wenig aufbohren der Hirnforscher und Genfreaks, wie es etwa Stephan Schleim macht, wäre angebracht gewesen. (Wenn es Eia darum gehen sollte)
Nochmals zu Eia, simplifizierende Geschlechterhirnis kann man auch so kritisieren: Puppenhaus und Ritterburg – spielen Mädchen und Jungen anders?
Eine einigermaßen vernünftige Kritik an Eia konnte ich im Netz nicht finden, nur festmeterweise maskulinistisches Triumpfgetröte. (by the way: vor ca. 100 Jahren galt blau als Mädchenfarbe )
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Wenn der eine Esel den anderen Langohr schimpft
Zu Harald Eias Vorführen von blasierten Geschlechterforschern Teil 2
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g. | Donnerstag, 17. Januar 2013, 06:17 | Themenbereich: 'Notate und Anmerkungen'
Tja, der biologische Anteil. Vielleicht sollte man nicht gleich von ‚Biologie‘ reden und sich zum Beispiel klar machen, dass Verhaltensforschung keine ausschließliche Sparte der Biologie ist und dass es um sozialpsychologische und soziologische Studien geht. Hirnforschung und Genetik sind auch zwei sehr verschiedene Baustellen.
Faszinierend ist die Studie über Neugeborene von Baron-Cohen. Da würde ein zweiter Blick lohnen. Wie kommt es zu den unterschiedlichen Hormonspiegeln? Hormone werden ja bekanntlich durchaus auch „Außengesteuert“ ausgeschüttet. Wer sich schon mal verliebt hat, wird das nachvollziehen können. Die genetische Disposition ist da auch so eine Sache, zumal ‚zu viel‘ oder ‚zu wenig‘ nicht ohne Wertung auskommt.
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Wenn der eine Esel den anderen Langohr schimpft
Zu Harald Eias Vorführen von blasierten Geschlechterforschern Teil 1
Zu Harald Eias Vorführen von blasierten Geschlechterforschern Teil 1
g. | Mittwoch, 16. Januar 2013, 06:35 | Themenbereich: 'Notate und Anmerkungen'
Das Gleichstellungs-Paradox ist allerdings interessant. Trotz aller Bemühungen um Gleichstellung bleibt die Geschlechterverteilung in den Berufen nahezu gleich.
Zur Erklärung wird man da aber auf absehbare Zeit mit der Hirnforschung wohl nicht weiterkommen. Soziokulturelle Unterschiede manifestieren sich – ebenso wie ‚natürliche‘ – im Gehirn. Wo auch sonst.
Das Überbetonen der symbolischen Ordnung ist dann die Kehrseite des Irrsinns. Und natürlich gibt es Grenzen bei dem was Menschen tun können, soziale und natürliche. Die Frage wäre, wo sie liegen.
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Judith Butler im Porträt 6
g. | Dienstag, 15. Januar 2013, 08:23 | Themenbereich: 'Notate und Anmerkungen'
„In den 80ern und 90ern war es für die Aids-Aktivisten eine zentrales Thema, dass die AIDS-Opfer ausreichend und angemessen zur Kenntnis genommen werden.“ In meiner Erinnerung war das große Thema, dass sie gestorben sind (bei den Aids-Aktivisten wie bei allen anderen), nicht dass die Opfer zur Kenntnis genommen werden. Es ging nicht um Anerkennung sondern um die Angst vor dem Tod. Selbst das Gebrabbel von der Lustseuche trug noch die Angst zu Markte. In meinem Umfeld starben damals alle schwulen Freunde und Bekannte. Ich war auf fünf oder sechs Beerdigungen, in zwei Jahren. Für mich und für die Kumpels war der eigene und der Tod der Freunde das zentrale Thema und keineswegs die öffentliche Anerkennung. Was ist das für eine absurde Verschiebung von Wertigkeiten?
Die ELLE-Werbung im Anschluss ist dann zwischen unangemessen bis unappetitlich.
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Judith Butler im Porträt 5
g. | Montag, 14. Januar 2013, 05:57 | Themenbereich: 'Notate und Anmerkungen'
Das persönliche Leiden als Ausgangspunkt des Denkens. (Wenn man dabei nicht stehen bleibt, wäre es ja in Ordnung)
Der Fotograf ist übergriffig.
„Was ist ein betrauernswertes Leben?“
„Ich würde gern etwas schreiben über jüdische Kritik an staatlicher Gewalt.“
Auch in diesen Passagen wieder die Fixierung auf eine bestimmte Form von Kritik an ihren Positionen. Sie bleibt immer auf der persönlichen Ebene.
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Judith Butler im Porträt 4
g. | Donnerstag, 10. Januar 2013, 09:41 | Themenbereich: 'Notate und Anmerkungen'
„Ich habe ja nie einen Ort für mich gefunden“ sagt sie; ist das unbehauste Denken der Verständnisschlüssel? Von Rollen und Bildern und Stereotypen umzingelt? Man wird ja nicht nur geprägt, sondern verhält sich auch zu seiner Umwelt. Und diese Umgebung ist nicht nur konstruiert und schon gar nicht wesentlich diskursiv.
Und die Israelpassage arbeitet sich anscheinend ausschließlich an rechten Vorstellungen und naiven Ängsten bzw. Reaktionen ab. Wird hier das eigene Denken nur in Abgrenzung entwickelt? Sieht so aus.
Und dann wieder ein umstandsloser Schwenk zu Geschlechterfragen.
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Judith Butler im Porträt 3
g. | Mittwoch, 9. Januar 2013, 06:43 | Themenbereich: 'Notate und Anmerkungen'
Geschlechterrollen, Geschlecht oder Stereotype? Stereotype oder Bilder? (Das ist ja nicht das Gleiche) Beziehungen der Bilder? Beziehungen der Geschlechter? Sexualität ist ein Abstraktum das auf höchst merkwürdige Weise als Subjekt zu agieren scheint? (laut Butler)
Das Gespräch in der Galerie: Stichwortgebung statt Fragen.
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Judith Butler im Porträt 2
g. | Dienstag, 8. Januar 2013, 07:21 | Themenbereich: 'Notate und Anmerkungen'
Welche Familienverhältnisse führen zu einer Orientierung an Hollywoodmustern?
Feministische Bildbetrachtungen: Opferdiskurs vs. ja was? Sinnlichkeit und Lust oder Begehren als Beschwörung? Das ‚Werden‘ auf was bezogen? Sex oder gender oder desire oder identity? Warum nimmt der s. g. Differenzfeminismus die eigenen Begriffe nicht ernst?
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Judith Butler im Porträt 1
g. | Montag, 7. Januar 2013, 05:26 | Themenbereich: 'Notate und Anmerkungen'
Arte hat dankenswerterweise ein Porträt von Judith Butler erstellt. Zu einigen ihrer Äußerungen schossen mir Gedanken durch den Kopf. (nix für ungut, der Differenzfeminismus weckt bei mir gruseliges Interesse)
Ein Direktor, der ein Urteil fällt, das zur sofortigen Entlassung hätte führen müssen und Privatunterricht bei einem Rabbi als Lösung. Ich weiß nicht, was ich schrecklicher finde.
Ein Direktor, der ein Urteil fällt, das zur sofortigen Entlassung hätte führen müssen und Privatunterricht bei einem Rabbi als Lösung. Ich weiß nicht, was ich schrecklicher finde.
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Morgenlektüre
g. | Dienstag, 18. Dezember 2012, 05:38 | Themenbereich: 'Notate und Anmerkungen'
Bertold Brecht: Der Javameier
In dieser Geschichte (ich habe sie noch nicht zu Ende gelesen, daher weiß ich nicht wie sie ausgeht) gibt es irgendwo beim Fischhändler frische Kabeljaus. Frische Kabeljauer fände ich eigentlich hübscher. Aber beides klingt falsch.
Kabeljaus hört sich wie feuchtfröhliche Zusammenkünfte, Kabeljauer nach unendlichem Gebrülle und Kabeljaue lässt an unendliche Flusslandschaften denken. Aber Fische, die über sanften Hügeln schweben? Das geht auch irgendwie nicht?
Warum weigert sich der Kabeljau in der Mehrzahl aufzutreten. Sooo schlecht schmeckt er eigentlich nicht?
In dieser Geschichte (ich habe sie noch nicht zu Ende gelesen, daher weiß ich nicht wie sie ausgeht) gibt es irgendwo beim Fischhändler frische Kabeljaus. Frische Kabeljauer fände ich eigentlich hübscher. Aber beides klingt falsch.
Kabeljaus hört sich wie feuchtfröhliche Zusammenkünfte, Kabeljauer nach unendlichem Gebrülle und Kabeljaue lässt an unendliche Flusslandschaften denken. Aber Fische, die über sanften Hügeln schweben? Das geht auch irgendwie nicht?
Warum weigert sich der Kabeljau in der Mehrzahl aufzutreten. Sooo schlecht schmeckt er eigentlich nicht?
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