Ein Mitarbeiter des Jugendamtes Kassel sah in Reisers Bildern 1988 "Machwerke härtesten Kalibers". Er stellte einen Indizierungsantrag bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften. Darin monierte er unter anderem: "Seite 13 GV mit Wildschwein". Nun ja, es ist eben kein Geschlechtsverkehr mit einem Wildschwein dargestellt, sondern ein Wildschwein, dass Geschlechtsverkehr mit einem Jäger hat.
Einen Eindruck über sein Werk kann man über die Bildergalerie der Caricatura gewinnen.
Leider fixieren sich die deutschsprachigen Porträts sehr auf die obszönen Aspekte.
Ob es Zufall ist, dass der Hessische Rundfunk bei der Vorstellung eines französischen Karrikaturisten, Alice Schwarzer so viel Raum gibt? Oder fürchtet das deutsche Fernsehen die Reaktionen und will sich vorab absichern?
bei Arte, das sich an ein deutsch-französisches Publikum wendet, ist die Exkulpierung etwas gemildert:
Im französischen Fernsehen hingegen spielt seine Obszönität kaum eine Rolle, dafür die Kirche ua.. Reiser bei Charlie Hebdo:
Seine Bücher gibt es bei Kein&Aber .
Zur Entspannung dann noch den Lieblingswitz von Hellmuth Karasek:
Als endlich das Begrüßungsgeld ausgezahlt ist, wollen viele Ostdeutsche die neue Freiheit im Rotlichtmilieu von St. Pauli kennenlernen. Da geht ein Ossi zu einer Nutte und fragt: »Was bekomme ich denn für fünf Mark?« Sie guckt ihn an und antwortet: »Für fünf Mark kannst du dir maximal einen runterholen.« Der Mann geht weg und kommt zehn Minuten später wieder. Da fragt ihn die Prostituierte: »Was willst denn du schon wieder?«, und der Ossi antwortet: »Bezahlen.«Schlimm nicht? So darf man über die 17 Millionen Wirtschaftsflüchtlinge, die unseren Türken die Arbeitsplätze wegnehmen, natürlich nicht reden, furchtbar.
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Zwei Vampire im Restaurant. Der eine bestellt sich ein Glas Blut, der andere nur ein Glas heißes Wasser. Fragt der eine den anderen: "Warum bestellst du nur heißes Wasser?" Der andere holt einen frischen blutigen Tampon aus der Tasche und sagt: "It's teatime!"
Uschi und ihr Mann Frank machen Urlaub auf dem Bauernhof. Da gehen sie in den Kuhstall und sehen wie ein Bulle eine Kuh vögelt. Uschi: „Herr Bauer! Wie oft kann so ein Bulle am Tag?“ Bauer: „Im Ernstfall über 20 mal!“ Uschi: „Siehste Frank!“ Frank: „Aber nicht immer mit derselben Kuh, oder Herr Bauer?“ Bauer: „Nee wo denken sie hin?“ Frank: „Siehste Uschi!“
und um gleichermaßen ungerecht gegen alle zu bleiben, hier die meist spiegelbildlich zu den entsprechenden ‚Männer’witzen konstruierten Gegenstücke :
Was passiert wenn ein Mann bis zum Bauchnabel im Wasser steht? - Das geht über seinen Verstand!
Siehst du ihn im Moore winken, wink zurück und lass ihn sinken!
Ein Mann sagt enttäuscht zu einer Prostituierten: „Mensch, du hast aber wenig Holz vor der Hütte!“ Sie: „Naja, um Dein Würstchen zu grillen, sollte es reichen!“
einen habe ich aber doch gefunden (naja, zumindest als Gewaltsituationen verharmlosend könnte man ihn charakterisieren):
Eine Frau läuft abends eine Straße entlang und wird plötzlich in einen Hauseingang gezogen. Ein Mann drückt sie gegen die Wand und will sie vergewaltigen. Sie fleht und bettelt, dass er sie doch in Ruhe lassen soll! Da ihm das Gejammer auf die Nerven geht meint er: „OK, aber hohl mir wenigstens einen runter!“ Darauf die junge Frau: „Aber ich kenne hier doch niemanden!“Die Masse obszöner Witze scheint eher wie Polenwitze, Ostfriesenwitze usw. zu funktionieren. Irgendjemand wird herunter geputzt, beim obszönen Witz kommt dann lediglich noch der Bezug zu Sexualität etc. hinzu. In der Masse wohl etwas für verklemmte Kleinbürger, zumindest ist es eher selten, dass gekonnt die vorhandenen Klischees verarbeitet werden.
Zum Schluss, noch etwas zur Entspannung:
Vater und Mutter entdecken im Zimmer ihres 14-jährigen Sohnes ein Sado-Maso-Magazin. Sie beratschlagen sich, was nun zu tun ist.
Vater: Wir dürfen ihn auf keinen Fall schlagen...
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Die erste Auflage des Buches „Das Gelächter der Geschlechter“ habe ich irgendwann Mitte der 80er gelesen. Ich habe mich damals viel mit komischer Literatur und Komiktheorie beschäftigt.
Es war eine Aufsatzsammlung, die meist auf sehr niedrigem theoretischen Niveau angesiedelt in verschiedenen Variationen die These vertreten haben, dass Frauen eher miteinander lachen als über andere und Männer sich halt gerne über Andere lustig machen. Nun ja, Frauen sind halt die besseren Menschen.
Die Einleitung war von Senta Trömel-Plötz, die bekanntlich das Werturteil über das generische Maskulinum wieder belebt hatte und irgendwas über Repräsentation von Frauen in der Komik schrieb. Das ist alles lange her.
Nach einer halben Stunde war ich mit dem Bändchen fast durch und hatte schon die Hoffnung aufgegeben, dass noch irgendetwas Substanzielles käme, als ich auf einen Aufsatz stieß, der die Ergebnisse einer teilnehmenden Beobachtung vorstellt.
Eine Gruppe alter Frauen aus den niederen Schichten war gebeten worden, sich gegenseitig Witze zu erzählen. Zuerst lief das wohl ziemlich gehemmt ab, aber nach dem einen oder anderen Eierlikör kam die Sache in Schwung und die Damen rissen Zoten, das es eine wahre Freude war.
Es war der einzige Aufsatz, der sich überhaupt mit Empirie jenseits des eigenen Bekanntenkreises beschäftigte und – obacht meine Herren – der Aufsatz war von einem Mann.
Über das Lachen der Geschlechter erfuhr man in dem Band darüber hinaus nicht sonderlich viel, zu fixiert auf den Unterschied ‚Lachen mit‘ und ‚Lachen über‘.
Das Bändchen hat wohl eine Aktualisierung erfahren, die nur wenig differenzierter vorgegangen ist.
Einige verstreute Anmerkungen dazu:
„Sexwitze waren selbstverständlich Herrenwitze.“ Waren sie nicht, trotzdem behauptet das Helga Kotthoff, Sexwitze waren auch schon damals Herrenwitze bestenfalls in bestimmten Kreisen, wobei Komikerinnen in der Tat unterrepräsentiert sind, nur ist das eine andere Fragestellung als worüber die Geschlechter lachen.
„Männer hingegen scherzen untereinander weniger auf eigene Kosten, in gemischter Gesellschaft schon eher. Denn das kommt bei Frauen gut an.“
Witze als Instrument des Anbaggerns wären dann doch wieder ein eigenes Thema. Dass Männer untereinander weniger auf eigene Kosten lachen halte ich für ein Gerücht.
Robert Gernhardt erzählt in einem Spiegel-Interview folgende Geschichte:
Vor Jahren hörte ich in einer Kneipe vier fidele Rentner das folgende Liedchen singen: "Und ist der Schwanz geknickt, dann wird nicht mehr gefickt, dann saufen wir die Eier aus und schmeißen den Sack zum Fenster raus."
Aber weiter im Text:
„Sarkasmus ist eine aggressive Form der Ironie und unterstreicht ein bestehendes Machtgefälle.“ Oder eben ein Ausdruck von Leid oder Verzweiflung. Sarkasmus und Ironie sind zwei verschiedene Stilmittel .
Und, um so einen Satz als Erkenntnis zu präsentieren, muss man schon sehr schräge gepolt sein:
„Arbeiterinnen sind schlagfertiger als Gattinnen; sie erzählen sich Sexwitze, über die Lehrerinnen die Nase rümpfen.“
Da wird dann Manches wahrgenommen und Anderes nicht und dann doch wieder alles zusammengewürfelt.
Jesus, meine Zuversicht, wenn ‚die‘ Frauen so wären, wenn ihr Humor so zurückhaltend, so ‚decent‘, so erhaben wäre, wäre die Welt ziemlich öde und ‚die‘ Frauen ein schrecklich langweiliges Geschlecht.
Und den folgenden Gynäkologenwitz, den Helga Kotthoff als Beleg für den zunehmenden Humor von Frauen anführt, hörte ich zum ersten Mal vor mehr als 15 Jahren in einer Männerrunde; er ist wohl kein originärer Frauenwitz (was immer das sein mag):
„Sie war bei der neuen Gynäkologin und kommt erleichtert nach Hause. "Du", sagt sie zu ihrem Mann, "das ist eine sehr tüchtige Frau und sie ist auch sehr nett. Sie hat zu mir gesagt, ich hätte ja eine Haut wie eine 30-Jährige und ich hätte ja überhaupt keinen Bauch." Er: "Und was hat sie zu deinem 50-jährigen Arsch gesagt?" Sie: "Über dich haben wir nicht gesprochen."
Was bleibt? Die traurige Erkenntnis, dass man bei der Frage ob es Unterschiede im Humor von Männern und Frauen gibt weiterhin auf sein persönliches Erfahrungswissen beschränkt ist. (Warum gibt es eigentlich bei unter feministischer Flagge segelnder Wissenschaft so häufig nur solche begriffs- und substanzlosen Elaborate? Ein Grund dürfte der eingeschränkte Blickwinkel sein.)
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Robert Gernhardt erzählt aus dieser Zeit eine Begebenheit (da ich keine Lust hatte die ganze Geschichte abzuschreiben, erzähle ich sie halt noch einmal):
In einer ziemlich frühen Steinzeit versammelte sich die Höhlenmenschenhorde vor dem Bild einer Wildkuh an der Höhlenwand. Der Häuptling schockt sich gerade an vor dem Bildnis nieder zu knien, der zuständige Schamane wirft sich in die Brust, um die sich anbahnende Feierlichkeit zu flankieren, als der Höhlenmensch Bobo einen fahren lässt.
Schamane und Häuptling drehen sich wütend um: „Wer war das?“
Niemand antwortet, aber der eine oder andere sieht Bobo missbilligend an.
Die Zeremonie geht weiter und just vor dem Moment, in dem sich alle niederknieen sollten, um der geheiligten Kuh zu huldigen, ertönt unüberhörbar ein weiterer Trööt!
Der Häuptling drehte sich um, dem Schamanen schwoll der Kamm.
„Bobo, ich schwöre, wen du noch einen fahren lässt, erschlage ich dich mit dem Stein hier zu meinen Füßen!“
Bobo tritt vor, lässt einen fahren und sieht sich mit gespielter Entrüstung um.
Der Häuptling erschlägt Bobo. Nun kann die Kulthandlung endlich ungestört weiter gehen.
In der Nacht ertönt es aus allen Ecken der Höhle: Trööt! Lautes Gekicher und wieder Trööt!
Merke: neben dem Poppen, Pissen, Kacken und Furzen kann nichts Erhabenes bestehen:
Eine Nonne kommt zum Frauenarzt. Nach der Untersuchung meint der Arzt, dass sie schwanger sei.
Sagt die Nonne: Unerhört! Was die Ministranten heutzutage auf die Kerzen schmieren.
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(Hatte ich eigentlich mal Heinrich Wittenwilers „Der Ring oder Wie Bertschi Triefnas sein Mätzlein freite“ aus dem 15. Jahrhundert vorgestellt?)
Möglicherweise ist er vom französischen sot(t)ie = „Narrenspiel“ entlehnt. Wahrscheinlicher ist aber der Ursprung: Zotte = „verfilztes, durch Schmutz und Kot verklebtes Haarbüschel, Schamhaare“. Die Schreibweise Zote ist seit 1700 belegt.
Aber nun zum Ring: Noch ganz mittelalterlich wird ein Bauer, der sich über seinen Stand erhebt, verspottet. Aber eben dadurch zeigt sich auch schon, dass die feudalen Grundgerüste in Frage gestellt werden.
Ein Zitat aus dem ersten Teil:
Mätzli Rüerenzumph, wie der Name schon sagt, ist ein tumbes Bauernweib, das durch die galant-höfische (in der verballhornten Version des tumben gpaur) Werbung des Bertschi Triefnas, den alle Welt einen Juncker nennen muss, so in Ekstase versetzt wird, dass sie versucht durch Schläge und Beschimpfungen ihrer Vulva das Problem zu bewältigen:
Mätzel zuo der futzen sprach:Solcherlei Schweinkram kam zwar in dieser Zeit noch allerorten vor, im Ring wird es aber – meines Wissens zum ersten Mal – den tumben Bauern zugeschrieben, also als Distinktionsmerkmal verwendet. Wir erleben also die Geburt der Tabuisierung von Sex, die Geburt der Obszönität im heraufziehenden bürgerlichen Zeitalter.
"Got geb dir laid und ungemach
Und dar zuo allen smertzen,
Den ich an meinem hertzen
So pitterleichen dulde
Nür von deiner schulde!"
Also schluog sei aber dar,
Bis daz îr das maul geswar,
Und sprach: "Se hin! Das gib ich dîr,
Das man umb dich hat geben mîr.
Dar zuo so müess er sterben,
Der nach dir wil verderben!"
(Vers 1572 – 1584)
Obszönität und Humor bleiben bis in die heutige Zeit Schwestern, die ohne einander nicht sein können (zumindest die Obszönität):
Die Mutter klärt die Tochter auf:
„Dort wo der Samen reinkommt, kommt auch das Baby raus!“
Entsetzt greift sich die Tochter an den Hals:
„Meine Güte, das wird eng!“
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Was ist nun eigentlich eine Zote?
Zoten sind anzügliche, obszöne Witze, nicht selten mit sexuellem Inhalt.
Oder anders ausgedrückt: eine Zote ist ein Witz, der sich auf Fäkalien oder Sex bezieht und damit seit einigen Jahrhunderten auf die tabubehafteten Gebiete des Strullens, Kackens und Vögelns, die insbesondere kleinbürgerliche, christlich geprägte Zeitgenossen erstaunlicherweise immer noch mit Scham erfüllt. Dass die Werbung uns jeden Tag mit nackichten Damen auf Kühlerhauben von Kleinwagen versorgt, scheint auf die empfundene Scham beim obszönen Witz keinen Einfluss zu haben. Die Grenzüberschreitung führt zumindest zum Empfinden, den Witz nicht komisch zu finden oder finden zu dürfen. Wobei selbst einigermaßen lustige Zoten rar gesät sind.
Ein Witz ist eine [prägnant formulierte] kurze Geschichte, die mit einer unerwarteten Wendung, einem überraschenden Effekt, einer Pointe am Ende zum Lachen reizt. (Duden)
Sie wissen jetzt, wovon die Rede ist?
Davon:
Frage: „Was ist das Wichtigste an der Autonummer?“
Antwort: „Dass die Sitze sauber bleiben.“
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